Dötlingen - Blocks stellen, körperliche Präsenz zeigen und sich verteidigen: Das haben die Jungen und Mädchen der Grundschule Dötlingen in einem Selbstbehauptungskurs gelernt. Karo Karaca, Leiter der Karateschule Wildeshausen, gab dabei einen Einblick in die Kampfkunst. Der Fokus lag auf Verteidigung und Ausstrahlung.
Erster Schritt
„Wir wollen heute zeigen, dass der erste Schritt bei einer Selbstverteidigung schon beim Reden anfängt“, sagt Karaca. Wenn jemand beispielsweise aggressiv angegangen wird, sei es ratsam, sich zuerst mit Worten zu wehren. Darauf folgt erst eine entsprechende körperliche Verteidigung. Ziele des Kurses sind das Selbstvertrauen, die Koordination und Konzentration sowie die Disziplin zu stärken. Karaca übt selbst seit mehr als 30 Jahren Karate aus. Seit mehr als 15 Jahren leitet er die Karateschule Wildeshausen. Außerdem trägt er den schwarzen Gürtel in der vierten Stufe. Einmal im Jahr gibt es Kurse für Anfänger.
Mitgemacht haben alle vier Klassen der Grundschule beim Selbstbehauptungskurs. Die Kinder bekamen Tipps, wie sie einen Schlag blocken können, und lernten anhand von Dehn- oder Streckübungen Grundlegendes über die Koordination. Zudem ging es um die Laute, die bei der Ausführung eines Schlages gemacht werden sollen. „Jetzt schreit alle einmal, ohne jedoch zu kreischen.“ Denn ein Schrei markiere körperliche Ausstrahlung. In einer weiteren Übung sollten die Kinder mehr auf ihr Gleichgewicht achten. Dabei stand eine entsprechende Beinhaltung im Vordergrund.
Schulleiterin Melanie Kahnt-Bock sieht den Selbstbehauptungskurs besonders hinsichtlich der Corona-Pandemie als wichtig an. Das soziale Miteinander sei durch das Mundschutz-Tragen und Abstandnehmen vernachlässigt worden. Beispielsweise können die Drittklässler seit diesem Schuljahr zum ersten Mal ohne Maske kommen und die Mimik ihrer Mitschüler sehen.
Gewaltprävention
Vorbereitet wurden die Schüler auf den Kurs mit verschiedenen Aspekten zum Thema Gewaltprävention. Unter anderem stellten Lehrer das Känguru-Konzept vor. Hier werden die Schüler für die Gefühlswelt sensibilisiert. Auch „Lubo aus dem All“ gehörte zu den theoretischen Ansätzen. Nach diesem Modell sollen die Jungen und Mädchen lernen, wie sie sich auch in belastenden Situationen verhalten.
