Wildeshausen/Neerstedt/Landkreis - Depression, Einsamkeit, Ängste oder Trauer: Psychische Leiden vor allem sind es, die Menschen dazu bewegen, Hilfe und Rat im Austausch mit anderen zu suchen. Dass die Hilfesuchenden die für sie passenden Angebote auch finden, dazu trägt seit Anfang 2021 die Selbsthilfekontaktstelle für den Landkreis Oldenburg bei, die in Wildeshausen bei der Freiwilligen-Agentur „Misch mit“ angesiedelt ist.
Die Selbsthilfekontaktstelle für den Landkreis Oldenburg ist am Mühlendamm 1 in Wildeshausen ansässig, wo auch die Freiwilligen-Agentur „Misch mit“ ihr Büro hat. Irma Hamann und Thorben Kienert sind erreichbar unter Tel. 04431/7097 585 oder per Mail an selbsthilfekontaktstelle@mischmit.org.
Mehr als 40 Selbsthilfegruppen werden von der Kontaktstelle betreut oder beraten. Irma Hamann vor allem hat dieses Netzwerk aufgebaut, unterstützt wird sie von ihrem „Misch-mit“-Kollegen Thorben Kienert. Als sie 2021 gestartet seien, habe es bereits mehr als 30 Selbsthilfegruppen im Kreisgebiet gegeben, sagte Hamann. Damals hätten besonders viele Menschen mit Depressionen um Rat gebeten. Ihre erste Neugründung war eine Gruppe von Eltern psychisch kranker Kinder.
Längerer Prozess
„Die Gründung einer Gruppe ist ein längerer Prozess“, erklärt Irma Hamann. „Jemand hat eine Idee, ruft bei uns an, wir starten einen Aufruf – und dann fängt meistens das Warten an.“ Bis sich Menschen mit den gleichen Symptomen oder Problemen zusammengefunden haben, kann es eine Weile dauern. Die Ideengeber indes wollten möglichst schnell loslegen, so Hamann, „die brennen darauf.“
Gruppen zu gründen, ist aber gar nicht die vorrangige Aufgabe der Kontaktstelle. Vielmehr sind Rat und Vermittlung gefragt, Unterstützung beim Organisieren und Netzwerken. Manche Menschen, die Hilfe in der Gruppe brauchen, suchen dies auch lieber nicht am eigenen Wohnort – diese kann die Kontaktstelle an Beratungsstellen in Nachbarkreisen vermitteln.
Auch bei der Suche nach geeigneten Räumen ist die Wildeshauser Kontaktstelle behilflich. Für erste Treffen sei die Freiwilligen-Agentur am Mühlendamm geeignet, danach sollten die Gruppen aber eigene Versammlungsorte finden, so Hamann. Das im Februar von der Diakonie neu belebte Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen bietet nach ihren Angaben gute Möglichkeiten.
Im Vergleich zu städtischen Ballungsräumen gibt es im Landkreis Oldenburg weniger junge Menschen, die sich in Selbsthilfegruppen zusammenschließen. „Das wollen wir anstoßen“, kündigte Irma Hamann an.
Angebot in Neerstedt
Ohnehin will die Kontaktstelle die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen. An diesem Donnerstag, 22. Juni, findet in Neerstedt im Haus der Generationen erstmals ein offener Treff statt, ab 18 Uhr sind Interessierte willkommen, die einfach mal schnacken wollen. Künftig soll dieses Angebot vierteljährlich wiederholt werden. „Keiner ist allein“, versichert Irma Hamann. „Wir sind da – und dann ist auch ganz schnell eine Gruppe da.“
