Wildeshausen - Die einstigen Volksparteien erleben auf bundespolitischer Ebene einen drastischen Mitgliederschwund. So haben CDU und SPD innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als 100.000 Mitglieder verloren. Andere Parteien, allen voran die Grünen, registrieren hingegen stetig steigende Beitrittszahlen. Wie aber sieht es auf lokaler Ebene aus?
Grüne im Plus
Bei den Grünen im Landkreis hat sich die Mitgliederzahl seit 2017 von 111 auf 207 Personen nahezu verdoppelt. Den stärksten Zuwachs gab es in den Jahren 2020/2021 in der Gemeinde Großenkneten mit 34 Neueintritten. Kein Wunder: Der Ortsverband Großenkneten gründete sich damals neu. „Hauptinitiator vor Ort für die Neugründung und Mitgliederwerbung war Eduard Hüsers“, sagt Grünen-Kreisgeschäftsführerin Birte Wachtendorf. Darüber hinaus seien die Ortsverbände Ganderkesee und Wardenburg in den vergangenen Jahren ebenfalls gewachsen. Die Altersstruktur der Grünen-Mitglieder reiche von Jahrgang 1935 bis 2006.
FDP legt zu
Einen ähnlichen Trend erlebt auch die FDP. Im Landkreis haben die Liberalen 305 Mitglieder. Im Jahr 2021 waren es 297 und ein Jahr vorher noch 241 Mitglieder. Ausschlaggebend für diesen Zuwachs sei das gute Auftreten der FDP im Vorfeld der Bundestags- und der Landtagswahl gewesen, meint der neue FDP-Kreisgeschäftsführer Tom Budzin. Außerdem seien viele Menschen politisch aktiver geworden in der Corona-Pandemie. Der größte Ortsverband im Landkreis ist die FDP Hatten mit 65 Mitgliedern. Darauf folgt der Ortsverband Ganderkesee mit 43 Mitgliedern. Das Durchschnittsalter liegt bei 55,89 Jahren.
CDU verliert
Bei den Christdemokraten sieht es anders aus. So hat sich die Mitgliederzahl seit 2017 von 783 auf 680 reduziert. Allerdings gab es von 2020 auf 2021 wieder einen kleinen Zuwachs von fünf Mitgliedern. „In der Regel halten sich bei uns Ein- und Austritte die Waage“, sagt Nils Meyer vom CDU-Kreisverband. Die Verringerung der Mitgliederzahlen sei vor allem auf Todesfälle zurückzuführen.
SPD stagniert
Die SPD hat (Stand Ende 2021) im Landkreis Oldenburg 626 Mitglieder – also 54 weniger als die CDU. Seit dem Jahreswechsel sind drei neue Mitglieder hinzugekommen. SPD-Regionalgeschäftsführer Moritz Bischoff führt dies auf das gute Abschneiden bei der Bundestags- und Kommunalwahl und die damit verbundene erhöhte Präsenz in den örtlichen Ratsfraktionen zurück. Die SPD ist aber auch eine alte Partei: Die beiden größten Mitgliedergruppen sind die 70- bis 79-Jährigen mit 23,21 Prozent sowie die 60- bis 69-Jährigen mit einem Anteil von 22,42 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei 61 Jahren.
37 Mitglieder gehören derzeit der Partei Die Linke im Landkreis Oldenburg an. Die Altersstruktur reicht von 20 bis 75 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren. Die meisten Mitglieder leben in Wildeshausen, teilt Kreisverbandssprecher Michael Schäfer mit. Insgesamt seien die Zahlen über die vergangenen Jahre stabil. Die AfD wollte auf Nachfrage keine konkreten Mitgliederzahlen nennen. Der Kreisvorsitzende Harm Rykena sagte nur, dass die Zahlen leicht rückläufig seien.
