Rette sich, wer kann, Frauen und Kinder zuerst. Oder über eine konsequente Einlasskontrolle wird sichergestellt, dass nur noch Gäste eingelassen werden, die bestimmte Körpermaße und -gewichte nicht überschreiten und zudem noch genügend mobil sind, um im Brandfall durch ein Küchenfenster mit anschließendem, engen Lichtschacht vor Feuer und Rauch zu fliehen. Science fiction? Mitnichten, sondern blanke Realität seit Jahrzehnten unter den (verschlossenen?) Augen der Aufsichtsbehörden.
Die Stadt sagt: „Wir haben kein Geld“ und der Landkreis: „Das kleine Küchenfenster als Fluchtweg war mal zumutbar“. Historische, offene Herdfeuer, deren Rauchabzug Innenmaße von circa 60 x 60 cm hat, müssten nach dieser Argumentation lediglich mit Steigeisen versehen werden, um ebenfalls als „Rettungsweg“ anerkannt zu werden? Ich fass’ es einfach nicht.
So wie die Passagiere der Titanic darauf vertrauten, auf einem unsinkbaren Dampfer zu fahren, so vertrauten die Gäste des Ratskellers auf einen real funktionierenden Brandschutz mit geeigneten Evakuierungsmöglichkeiten.
Wenn demnächst Enkel ihre Oma im Rollstuhl zur Feier ihres 80. Geburtstages die Treppe hinab in den Ratskeller tragen, müssten die Brandschutzverantwortlichen bis zum Ende dieser Feier die Hände zum Gebet falten, dass bloß nichts passieren möge.
Der zurzeit beste Brandschutz besteht ausschließlich darin, den Wildeshauser Ratskeller zu schließen. Und zwar unverzüglich.
