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Sommer-Fasching in Ganderkesee Wie Lilo Partygängern beim sicheren Feiern hilft

Sie stehen geschlossen hinter der Präventionskampagne „Ganderkesee feiert. Aber sicher!“: Die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Gaida-Hespe (hinten, links) sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gastronomie, GGV, Gemeinde und DRK. Mit der Frage nach Lilo können sich Menschen, die sich beim Fasching belästigt fühlen, an die Security, Thekenkräfte und weitere Helfer wenden.

Sie stehen geschlossen hinter der Präventionskampagne „Ganderkesee feiert. Aber sicher!“: Die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Gaida-Hespe (hinten, links) sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gastronomie, GGV, Gemeinde und DRK. Mit der Frage nach Lilo können sich Menschen, die sich beim Fasching belästigt fühlen, an die Security, Thekenkräfte und weitere Helfer wenden.

Hauke Gruhn/Gemeinde

Ganderkesee - Feiern, flirten, fröhlich sein: Wenn beim Fasching die Stimmung steigt, dann kennen manche Partygänger keine Grenzen mehr, wo etwa ein Kompliment aufhört und eine Anzüglichkeit ihren Anfang nimmt. Mit der Präventionskampagne „Ganderkesee feiert. Aber sicher!“ setzen sich vor Beginn des Ganderkeseer Sommer-Faschings (1. bis 3. Juli) die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Ganderkesee und die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) gegen sexuelle Belästigungen jeder Art ein.

Lilo hilft Betroffenen

Mit der Frage nach „Lilo“ können sich Menschen, die sich beim Faschingfeiern im Stadion bedrängt oder belästigt fühlen und Hilfe brauchen, an die Security, an Thekenkräfte sowie ans Sanitätspersonal wenden.

„Diese Frage funktioniert als Code, sodass das Personal sofort Bescheid weiß, schnell reagieren und den Betroffenen unkompliziert ohne Nachfragen und Rechtfertigungen helfen kann“, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Ganderkesee, Katrin Gaida-Hespe, das Konzept.

Die hilfebedürftige Person werde dann zum Beispiel in einen geschützten Bereich gebracht, ein Taxi könne gerufen oder eine Begleitung sowie Hilfe organisiert werden, ergänzt Britta Hauth, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Oldenburg. Sie hat das Konzept schon erfolgreich beim Gildefest in Wildeshausen eingesetzt.

Viel Unterstützung

„Neben der GGV unterstützen auch die Gastronomen, das DRK und die Security das Konzept“, betont Gaida-Hespe und verdeutlicht, dass das Hilfsangebot mit Plakaten auf dem gesamten Veranstaltungsgelände bekannt gemacht wird. Diese Plakatierung sei zugleich ein Signal, dass beim Fasching Belästigungen und andere Übergriffe nicht toleriert werden. Auch Social-Media-Beiträge sollen die Präventionskampagne bekanntmachen.

Augen auf beim Ticket-Kauf – GGV warnt vor Betrug im Netz

Betrugsversuche mit gefälschten Eintrittskarten hat die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) im Internet und auf Facebook festgestellt.

Wenn das Profil nur ein Bild zeige, ohne jegliche Historie, oder wenn der Verkäufer viele Tickets anböte, sowie im Chatverlauf zwischen Du und Sie gewechselt werde, könne das ein Anzeichen für einen Betrugsversuch sein, warnt die GGV.

Paypal-Zahlungen für Familie und Freunde an eine seltsame Email-Adresse seien in dem Zusammenhang ebenfalls höchst verdächtig, so GGV-Sprecher Vetter.

Offizielle Tickets gibt es im Online-Verkauf der GGV noch für Freitag – für das Büttenprogramm (28 Euro/Tageskasse 30 Euro) wie auch für die Party ab ca. 22.30 Uhr (15 Euro/Abendkasse 18 Euro). Der Samstag ist restlos ausverkauft. Dennoch soll eine Abendkasse ab ca. 20 Uhr geöffnet werden, ohne Gewähr, ob Plätze frei werden. Zunächst hatte die GGV für alle Events ausschließlich auf Online-Tickets gesetzt.

Am Sonntag ist der Eintritt zum Frühschoppen frei. Beim Kinderfasching kostet der Eintritt für Erwachsene 5 Euro (Vorverkauf und Tageskasse).

Unterstützung gibt es zudem von der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen „Wildwasser“ Oldenburg. Sie übernimmt die mögliche Nachbetreuung Betroffener und bietet Ratsuchenden einen Schutzraum, in dem ihnen mit Wertschätzung und Verständnis begegnet wird.

Übergriffe und Gewalt

Laut Statistik, teilt die Gemeinde mit, erfahre jede dritte Frau in ihrem Leben mindestens einmal massive Gewalt. So vielfältig wie die Umstände, unter denen Frauen Gewalt erfahren, seien auch die Formen der Übergriffe. Etwa drei Viertel der Frauen (74,2 Prozent) und ein Viertel der Männer (27,2 Prozent) seien im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt worden. Jede siebte Frau werde Opfer schwerer sexualisierter Gewalt.

„Ein Thema, für das wir Gleichstellungsbeauftragten sensibilisieren wollen, denn die Dunkelziffer ist bestimmt noch viel größer“, sagt Britta Hauth. Gaida-Hespe stellt klar: „Jegliche Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist inakzeptabel und darf nicht geduldet werden.“ Jeder Mensch in einer Notsituation müsse schnelle Hilfe und Unterstützung bekommen.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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