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Sommerlicher Arbeitsschutz im Kreis Oldenburg IG Bau-Forderung nach „Sonnencreme-Flatrate“ haben Arbeitgeber längst umgesetzt

Tim Wester (links, Inhaber der Kurt Bruckert Bauunternehmung GmbH in Huntlosen) und Mitarbeiter Edo Wiemken zeigen ihre Schutzkleidung gegen Sonne und Hitze. Die IG Bau will, dass Betriebe Sonnencreme an Beschäftigte gratis abgeben. Warum das für Arbeitgeber im Kreis Oldenburg längst selbstverständlich ist.

Tim Wester (links, Inhaber der Kurt Bruckert Bauunternehmung GmbH in Huntlosen) und Mitarbeiter Edo Wiemken zeigen ihre Schutzkleidung gegen Sonne und Hitze. Die IG Bau will, dass Betriebe Sonnencreme an Beschäftigte gratis abgeben. Warum das für Arbeitgeber im Kreis Oldenburg längst selbstverständlich ist.

Jana Budde

Landkreis - Garten und Landschaftsbauer, Beschäftigte auf Baustellen oder Mitarbeiter kommunaler Dienstleister – sie und alle anderen, die jetzt viel unter freiem Himmel arbeiten, sollen gesund durch den Sommer kommen. Die IG Bau Nordwest-Niedersachsen hat Firmenchefs dazu aufgerufen, beim Arbeitsschutz in den „Sommermodus“ zu schalten: Sonnencreme und Wasser müsse es für alle, die draußen arbeiten, kostenlos geben. Desinfektionsmittel-Spender aus der Pandemie-Zeit könnten leicht umgerüstet werden auf Sonnencreme. In den Niederlanden sei das bereits so. Dass der Vorstoß der Industriegewerkschaft für Unternehmen im Landkreis Oldenburg ein „alter Hut“ ist, und man sich längst um das Wohlergehen der Fachkräfte sorgt, hat eine kurze Umfrage der NWZ ergeben.

Tipps längst umgesetzt

„Das ist für uns nichts Neues“, sagt Tim Wester, Inhaber des Bauunternehmens Bruckert-Bau in Huntlosen mit elf Mitarbeitern. So würden nicht bloß die jetzt von der Industriegewerkschaft gestellten Forderungen seit Langem erfüllt. Wester: „Wir schaffen in jedem Jahr neue, für den Arbeitsschutz unserer Mitarbeiter hilfreiche Ausrüstung an.“ Die Beschäftigten sind auch bereits mit Kühlwesten ausgestattet worden. Zudem gebe es Käppis mit Nackenschutz. Und um auch an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren, seien sogar Kühlakkus zur Einlage in Bauhelme, die natürlich einen Nackenschutz aufwiesen, beschafft worden. „Und unsere Arbeitsschutzbrillen gibt es ebenso als Sonnenbrillen“, beschreibt Wester den Rundumschutz, der auch das Angebot kostenloser Sonnencreme umfasse. Wester: „Nur eincremen müssen sich die Mitarbeiter selbst.“

Für den Arbeitsschutz hilfreiche Ausrüstung: Helme mit Nackenschutz, Käppis, Sonnenbrillen und Kältewesten bei der Kurt Bruckert Bauunternehmung in Huntlosen. Foto: Jana Budde

Für den Arbeitsschutz hilfreiche Ausrüstung: Helme mit Nackenschutz, Käppis, Sonnenbrillen und Kältewesten bei der Kurt Bruckert Bauunternehmung in Huntlosen. Foto: Jana Budde

Palettenweise Wasser

„Wir haben einen Getränkehändler vor Ort, versorgen unsere Beschäftigten seit Jahren palettenweise mit Wasser“, betont Joscha Kruse, einer der beiden Geschäftsführer des Huder Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens „Gärtner von Kimmen“. Auch kostenlose Sonnencreme gehöre zum Angebot. „Der Arbeitsschutz ist schließlich in gegenseitigem Interesse“, macht Kruse klar. Darum habe das Unternehmen eine Reihe von Faltpavillons gekauft, denn: „Wenn man pflastert, kann man sich nicht alle fünf Minuten eincremen.“ Unter dem schattigen Pavillon könnten Beschäftigte gut Flächen pflastern. Kruse begrüßt Vorschläge von Hautärzten, im Freien Tätige einmal im Jahr berufsmedizinisch auf Hautkrebs untersuchen zu lassen.

Creme gehört dazu

„Seit fünf Jahren gehört Sonnencreme zur persönlichen Schutzausrüstung unserer Arbeitnehmer“, sagt Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest, der an den drei Standorten Ganderkesee, Hude und Brake als vielfältiger kommunaler Dienstleister unterwegs ist. 65 Beschäftigte kümmern sich unter anderem um Grünpflege sowie den Straßen- und Wegebau. Der Kommunalservice stelle auch die nötige leichte sommerliche Schutz- und Warnkleidung sowie Helme, so Nordhausen. Den Ruf von Amtsärzten nach der „Siesta“, einer verlängerten Mittagspause – angelehnt an südeuropäische Gepflogenheiten – lässt der Kommunalservice-Geschäftsführer nicht unkommentiert: „Völlig überflüssig, es gibt ein Gleitzeitkonto, unsere Mitarbeiter können bei großer Hitze auch früher anfangen oder wie bei Schlechtwetter Stunden abbummeln, wenn es zu heiß ist.“

Auf eine derartige zeitliche Flexibilität setzt auch das Wildeshauser Bauunternehmen Rang Bau. „Wir achten darauf, dass unsere Leute nicht bei zu großer Hitze arbeiten. Wenn es zu heiß ist, dann ist auch mal mittags Schluss und es geht am nächsten Tag weiter“, sagt Daniel Leymann, Bauleiter bei Rang. Möglich mache das eine flexibles Zeitkonto. Die Gesundheit gehe vor.

Mittags ist Schluss

Auch Daniel Leymann hält nichts von „Siesta-Plänen“: „Am Abend zu arbeiten, wäre wohl schon aus Lärmschutzgründen nicht möglich.“ Auch bei Rang entspreche die persönliche Schutzausrüstung den Vorgaben der Berufsgenossenschaft (BG) und BG-Hinweise würden direkt an alle Beschäftigten weitergegeben.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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