Neu-Holzkamp - Die Dämme sind längst aufgeschüttet, auch die Folien wurden gespannt – jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit es Mitte April auf dem Spargelhof von Markus Wempe in Neu-Holzkamp die ersten Stangen des weißen Feinschmecker-Gemüses zu kaufen gibt. „Wir erwarten trotz allem eine normale Saison“, sagt Wempe mit Blick auf den endlich verschwundenen Winter, der der Region Kälte und Schnee gebracht hatte, wie schon lange nicht mehr.
Dem Spargel habe das alles nichts ausgemacht. „Das war sogar gut für den Anbau, die Pflanze braucht den Kältereiz“, sagt der Spargelhofbesitzer. Dann treibe das Gemüse gut aus.
Auch mit den Erntehelfern für Spargel, Erdbeeren und anderes Obst und Gemüse sollte es trotz der nun im zweiten Jahr andauernden Corona-Pandemie klappen.
Eigenes Hygienekonzept
Wempe: „Wir hatten schon im vergangenen Jahr ein Hygienekonzept ausgearbeitet, das das Gesundheitsamt Vechta überwacht“, sagt der Landwirt aus Vechta. Das Konzept ist umfangreich: Die Helfer, die aus Polen und Rumänien stammen, werden jeweils in Zweibettzimmern untergebracht, fahren in Kleinbussen auf die Felder und arbeiten immer in denselben festen Gruppen.
Vor ihre Abreise werden sie zuerst in ihren Heimatländern auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet, bei der Ankunft vor dem Hof Wempe erneut, um dann zunächst in einem Extra-Trakt eine Quarantäne-Zeit zu absolvieren. Inwieweit der Aufwand den Preis beeinflusst, stehe noch nicht fest, so Wempe.
Acht Hektar für Spargelanbau, eineinhalb für Erdbeeren unter Tunneln und weitere acht für Freilanderdbeeren stehen in Neu-Holzkamp als Anbauflächen zur Verfügung. Hinzu kommen weitere für zusätzliche Obstsorten.
Der Verkauf der ersten Kilos Spargel werde Mitte April anlaufen. Wempe: „Man könnte damit eher beginnen, doch damit der Spargel noch früher erntereif ist, wären mindestens drei Lagen Folien oder eine Beheizung nötig.“
Nicht zu früh starten
Das will der Landwirt beides nicht – auch aus ökologischen Gründen. „Und lohnen würde sich das ebenfalls nicht, die Preise wären wegen des Aufwands mit 20 und mehr Euro pro Kilo viel zu hoch.“
So bleibe es beim „natürlichen“ Saisonstart, der von vielen schon herbeigesehnt wird. Den Vor-Ort-Verkauf unter Corona-Bedingungen hat Wempe schon in der letzten Saison geregelt. „Wenn es im Laden zu voll wird, öffnen wir die Verkaufshütte davor.“ Und auch in Bremen sollen zwei Plätze für neue Verkaufshütten gesucht werden.
Warum das Pflücken zum Event wird
Selbstpflückern macht Markus Wempe auf seinem Spargelhof in der Saison 2021 neue Angebote: „Wir haben festgestellt, dass junge Familien sich wieder mehr für die Herkunft der Nahrung interessieren“, sagt der Landwirt. Gezielt würde das Selbsternten von Gemüse in Ausflüge eingebunden. Das Pflücken werde zum Erlebnis-Event.
Wempe: „Die Kinder sollen wieder lernen, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen.“ Nach Angaben des Landwirts aus Vechta, der in Neu-Holzkamp den Spargelhof Wempe betreibt, hat auch die Corona-Pandemie den Trend befeuert, wieder mehr Wert auf regional erzeugte Lebensmittel zu legen. „Die Leute wollen Frische und sehen, wo das, was auf den Tisch kommt, herkommt.“ Und, wenn möglich, ihr Obst vielleicht auch gleich noch selbst pflücken.
Darum baut Wempe in diesem Jahr zusätzlich zu Spargel und Erdbeeren auch noch schwarze und rote Johannisbeeren sowie rote Stachelbeeren zum Selbstpflücken an.
Für ihn sei es generell wichtig, bei allen Sorten dem Geschmack und nicht den Belangen des Handels zu folgen. Darum setze der Spargelhof auch weiterhin auf bewährte Spargelsorten. „Ich baue das an, was auch mir schmeckt, etwa Erdbeeren, und nicht das, was im Supermarkt am längsten hält“, sagt der Landwirt.
