Groß Ippener - „Es war ein herber Schlag“, gesteht Geschäftsführer Manfred Baer ein – die Meyer Speditionsgruppe, die aus der Jörg Meyer Transportservice GmbH, der HMZ Transporte & Kurier GmbH und der „Brummiland“ Senger GmbH besteht, musste im September 2021 offiziell ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung anmelden. Sie konnte jedoch erfolgreich saniert werden: Die Geschäftsbetriebe werden nun unter dem Dach der neu gegründeten MB Transporte GmbH mit Sitz in Groß Ippener weitergeführt, unter Leitung der Geschäftsführer Jörg Meyer und Manfred Baer.
Schwierige Gespräche
Das schwierigste für ihn seien die Gespräche mit den Mitarbeitenden gewesen, sagt Baer rückblickend, denn diese seien das „höchste Gut“ der Firma. „Das war schon sehr, sehr unangenehm.“ Was ihn besonders gefreut und berührt habe, sei die Loyalität seiner Mitarbeiter: „Das Wir-Gefühl ist groß.“
Gemeinsam mit den sonderbevollmächtigten Rechtsanwälten Dr. Frank Kreuznacht, Thore Voß und Alexander Vey aus der Kanzlei „BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte“ mit Hauptsitz in Münster sowie kaufmännische Begleitung in der wirtschaftlich kritischen Phase durch die Beckmann Unternehmensentwicklung GmbH wurden die erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt.
Zwar konnten mehr als 200 Arbeitsplätze erhalten bleiben, im Bereich des Paketdienstes gab es jedoch einige Entlassungen: Dieser wird wegen fehlender Rentabilität nicht fortgeführt. „Die Paketfahrer finden aber schnell wieder Arbeit“, ist Baer überzeugt.
„Wir haben so viel geändert, sind auch mit Kunden und Mitarbeitern ins Streitgespräch gegangen. Aber immer sachlich“, sagt Baer. Das scheint sich ausgezahlt zu haben. Während man sich von einigen Kunden wegen fehlender Wirtschaftlichkeit habe trennen müssen, werde die Zusammenarbeit mit den Kunden in der Automobilindustrie sowie mit großen deutschen Logistikunternehmen fortgesetzt. „Aufgrund der jahrelangen guten Geschäftsbeziehungen konnten die Vertragsbeziehungen übergeleitet werden“, heißt es dazu in einer Mitteilung.
Wichtige Rolle der Bank
Einige Großkunden hätten nach der Sanierung des Unternehmens verstärkt neue Aufträge platziert, zeigt sich Baer dankbar. Er betont auch die wichtige Rolle der VR Bank Südoldenburg, die diesen Schritt mitgegangen sei.
Aus Sicht der Gläubiger wurde der Prozess durch die vom Insolvenzgericht Oldenburg eingesetzten Sachwalter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Bernd Sundermeier und Rechtsanwältin Birte Seydlitz begleitet. „Es war eine spannende Zeit, die mich auch noch mal geformt hat“, zieht Baer ein Fazit. Außerdem habe der Prozess gezeigt, wer wirklich zu einem steht und auch schwierige Wege mitgeht.
