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Dötlinger über seine Stammzellenspende „Wie eine Nadel im Heuhaufen“

Hat Stammzellen gespendet: Faustballer Moritz Cording

Hat Stammzellen gespendet: Faustballer Moritz Cording

Archiv

Dötlingen/Dresden - Eine Verbindung zu den USA hatte Moritz Cording bisher nicht. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert: Der 22-jährige Dötlinger kommt für eine an Blutkrebs erkrankte Frau in den Vereinigten Staaten als Lebensretter in Frage. Er hat Stammzellen gespendet.

Genug Stammzellen

„Ich war ganz aufgeregt“, erinnert sich Cording zurück. Ende November erhielt er E-Mail und Brief von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). „Dann musste ich zur Blutentnahme, ob es tatsächlich passt.“ Das tat es: „Nach drei Wochen wurde ich wieder angeschrieben, dass ich als Ersatzspender reserviert bin.“ Kurz vor Weihnachten eine weitere Nachricht: Moritz Cording kommt als Erstspender infrage. „Ich habe gesagt, dass ich es mache.“ Anfang Januar ging es nach Dresden zur Voruntersuchung: Unter anderem wurde geprüft, ob er fit genug ist, unter anderem mit EKG, Blutabnahme, Ultraschall. Ergebnis: Der Dötlinger, der beim TV Brettorf Faustball spielt und als Tischler arbeitet, darf spenden. „Nach zwei Wochen musste ich wieder nach Dresden.“ Ein Freund begleitete ihn.

Coronabedingt durften die Begleitpersonen jedoch nicht in den Behandlungsraum. „Neben mir saß jemand aus Hamburg, der auch zur Spende da war – bei ihm dauerte es nicht ganz so lange.“ Cording saß fünf Stunden auf dem Stuhl, mit zwei Nadeln in den Armen. Auf der einen Seite kommt das Blut heraus, wird durch eine Maschine geschleudert und durch die andere Nadel zurück in den Körper geführt. „Ich fühlte mich danach ein bisschen schwach, ansonsten ging es“, erzählt der Dötlinger. Es hätte sein können, dass in diesen fünf Stunden nicht genug Stammzellen gewonnen wurden, sodass eine weitere Spende nötig geworden wäre. Ein Tag später die gute Nachricht: Es bleibt bei einer Spende.

Innerhalb von zwei Monaten nach der Spende erfährt Cording, ob die Amerikanerin die Stammzellen annimmt. „Man ist schon ein bisschen aufgeregt, weil man hofft, dass die Person es schafft“, sagt der Dötlinger. Nach zwei Jahren besteht die Möglichkeit, Kontakt zur Empfängerin aufzunehmen – bis dahin bleibt sie anonym. Moritz Cording hat dies auf jeden Fall vor.

Typisiert in 2016

2016 hatte die DKMS eine Typisierungsaktion in der Sporthalle in Neerstedt ausgerichtet. Anlass war die Leukämie-Erkrankung der 2018 verstorbenen langjährigen Dötlinger Sozialamtsleiterin Elke Brunotte. 774 Menschen beteiligten sich an der Aktion. Einer von ihnen war Moritz Cording.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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