Hude - Reichlich nass wurde es aufgrund des Starkregens im Huder Bahnhofstunnel am Donnerstagmorgen. Innerhalb kürzester Zeit floss so viel Wasser, dass die Pumpen, die sich zwischen den Schienen befinden, der Menge nicht standhalten konnten, erklärt Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kommunalservice Nordwest. Der Tunnel stand unter Wasser, auch am Mittag tropfte es noch von der Decke.
20 Liter/Quadratmeter
Am Donnerstagmorgen seien in kürzester Zeit 20 Liter Regenwasser pro Quadratmeter geflossen, sagt Nordhausen. Für die in die Jahre gekommenen Pumpen, die den Bahnhofstunnel trocken halten sollen, sei das schlichtweg zu viel gewesen.
Mitarbeiter des Zweckverbandes hätten den Hinweis über die Situation am Bahnhofstunnel erhalten, so Nordhausen. Dass bei solch einer großen Menge an Wasser die Pumpen nicht stark genug seien, sei aber keine Überraschung gewesen. „Das kommt vielleicht alle zwei Jahre vor“, sagt Nordhausen. Mit Blick auf die Wetterprognosen dieses Sommers schließt er nicht aus, dass sich solch eine Lage wie am Donnerstagmorgen wiederholen könnte.
Mitarbeiter des Zweckverbandes Kommunalservice Nordwest sperren eine Stelle im Huder Bahnhofstunnel ab. Bild: Alexandra Meier
Neue Pumpsysteme
Der Zweckverband plane derzeit an einem Konzept für neue Pumpsysteme. „Und da gehört der Tunnel in Hude als erstes mit dazu“, sagt Nordhausen. Es sei erforderlich, neue Pumpsysteme zu installieren, denn es sei nur eine Frage der Zeit, bis die 40 Jahre alten Doppelpumpen am Huder Bahnhof nicht mehr funktionieren würden. Anstatt diese wieder zwischen die Gleise zu setzen – was auch nicht mehr zeitgemäß sei –, solle das neue System im Schacht verbaut werden, sagt der Geschäftsführer: „Für die Wartung ist das auch einfacher.“ Bis konkrete Aussagen zum Konzept getroffen werden können, wird es voraussichtlich noch ein halbes Jahr dauern.
Bahnverkehr
Dass das Wasser aus den Dehnungsfugen an der Decke des Tunnels floss, habe mit den Pumpen aber nichts zu tun gehabt, erklärt Martina Schneider, Fachbereichsleitung Gemeindeentwicklung. Dies würde am Bauwerk des Bahnhofes liegen, für das die Deutsche Bahn AG zuständig ist. Augenzeugen berichteten davon, wie das Wasser aus den Deckenritzen strömte. Gefahr ging am Donnerstag allerdings nicht vom tropfenden Bereich aus. Er wurde in der Mitte des Tunnels von Mitarbeitern des Kommunalservices abgesperrt.
Auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr habe der Starkregen am Donnerstagmorgen nicht gehabt, erklärte eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage. Zwar habe es leichte Verzögerungen im Bahnverkehr gegeben, diese hätten aber keine „infrastrukturellen“ Hintergründe gehabt.
