Wildeshausen - Niedersächsische Bauaufsichtsbehörden dürfen die Beseitigung von Schottergärten anordnen. Dieser Beschluss des Oberverwaltungsgerichts hat in der vergangenen Woche für viel Aufsehen gesorgt. „Wir begrüßen diese Entscheidung sehr, weil sie Klarheit schafft und uns Kommunen den Rücken stärkt. Auf Verbote wollen wir aber vorerst weiter verzichten und die Bürgerinnen und Bürger stattdessen für die Thematik sensibilisieren“, betont Wildeshausens Baudezernent Manfred Meyer.

Deshalb habe man eigens einen Flyer erstellt, der unter dem Titel „Lebendiger Garten statt Schottergarten“ über das Thema informiere und Tipps gebe, wie man mit wenig Aufwand einen pflegeleichten und lebendigen Garten anlege. „Schottergärten haben eigentlich nur Nachteile“, betont Meyer. „Sie nehmen der Tierwelt wichtige Lebensräume, haben durch fehlende Pflanzen keine Filterfunktion und können das Regenwasser nur sehr gering aufnehmen“, so der Baudezernent. Das sei besonders bei dem immer häufiger auftretenden Starkregen ein Problem. Dann fließe das Wasser, anstatt zu versickern, in die Keller oder auf die Straßen und lande ungefiltert im Grundwasser. „Schottergärten heizen sich außerdem im Sommer sehr stark auf und strahlen die Hitze auch nachts ab. Dadurch wird es in Wohngebieten noch trockener, staubiger und heißer“, ergänzt Meyer.

Eine gute Alternative zu den vermeintlich pflegeleichten Schottergärten seien Steingärten, die aus einer Mischung aus Steinen und trockenheitsresistenten Pflanzen bestünden. Ansprechpartnerinnen sind Ann Cathrin Förster (Tel. 04431/88606) und Marleen Meinel (Tel. 04431/88663). Der neue Flyer „Lebendiger Garten statt Schottergarten“ liegt ab sofort im Stadthaus aus und wird in Zukunft dem Schriftverkehr mit Bauwilligen beiliegen.