Stenum - Manch einer vermisste beim Lokaltermin des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum ein Lagerfeuer. Tatsächlich erinnerte der konstruktive Austausch im Garten der kath. Kirche St. Michael in Stenum, bei dem Vereinsvertreter alle vier Ganderkeseer Bürgermeisterkandidaten – Udo Heinen (Grüne), Frank Lenk (parteilos), Henry Peukert (parteilos) und Ralf Wessel (CDU) – sowie mit Sabine Drees und Christian Pundt (beide parteilos) auch beide Anwärter auf das Landratsamt im Landkreis Oldenburg begrüßen konnten, ein wenig an ein Zeltlager, bei dem in der Runde Ideen gesammelt und Zukunftspläne geschmiedet werden.
Beherrschendes Thema des Abends, das der Verein nicht nur in die Kommunalpolitik, sondern auch auf Kreisebene tragen wollte: die Suche nach einer „Heimat“ für den Verein – nach einem festen Treffpunkt für die Bürger aus den beiden Bauerschaften.
„Andere Ortschaften haben Dorfgemeinschaftshäuser – wir haben nichts“, machte Dr. Matthias Zilkens, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins, den Gästen deutlich. Nachdem auch der letzte Gastronomiebetrieb vor Ort seine Türen geschlossen hat, fungiert eine kleine Grünfläche an der Ecke Trendelbuscher Weg/Kehnmoorweg als Treffpunkt bei kleinen Festivitäten mit bis zu 200 Gästen, etwa bei der Maifeier.
Lösung im Blick
Eine Lösung für sein Problem hat der Verein unterdessen ins Auge gefasst – und zwar ziemlich genau dort, wo jetzt das Treffen mit den Kandidaten stattfand: das kleine Wäldchen im Dreieck zwischen Michaelweg, Kehnmoorweg und kath. Kirche. Dort würde der Verein gerne – in der Hoffnung auf Unterstützung durch den Kommunalservice – die Mitte, früher die Zufahrt zur Kirche, etwas auslichten, mit Schreddergut bedecken und einen kleinen Unterstand errichten. Zilkens nannte das „Buchenblatt“, das der Bürgerverein Hohenböken vor einigen Jahren errichtet hat, als Vergleich.
Laut Vorstandsmitglied Helmut Kühling hat die Kirche, in deren Eigentum sich die Fläche befindet, grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert. Naturschutzbedenken habe hingegen die Gemeindeverwaltung geäußert, so Zilkens. Auch unter den Anliegern sei der Vorstoß nicht unumstritten, räumte er ein.
Die Sorge, dass es zu Lärmbelästigung oder Kahlschlag kommen werde, möchten Zilkens und seine Mitstreiter ihnen nehmen. „Wir werden hier nicht jede Woche eine Party veranstalten“, so Zilkens.
Gesamtbild nicht ändern
Vielmehr suche man nach einem Ort für die turnusmäßigen Veranstaltungen wie Dorffest und Maifeier. Auch solle sich das Gesamtbild des Waldstücks nicht verändern, und der Verein sei zu Neuanpflanzungen bereit, falls erforderlich.
In dieser Situation gelte es „Betroffene zu Beteiligten zu machen“ und die Kritiker in die Planung einzubinden, waren sich alle Kandidaten einig. Christian Pundt riet, auch die Untere Naturschutzbehörde frühzeitig einzubinden.
