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Immer wieder verschoben Ergebnisse zu Wardenburger Straßennamen

Der nach Robert Dannemann benannte Weg in Tungeln ist eine der Straßen in der Gemeinde Wardenburg, deren Namensgeber auf dem Prüfstand bezüglich ihrer Nazi-Vergangenheit stehen.

Der nach Robert Dannemann benannte Weg in Tungeln ist eine der Straßen in der Gemeinde Wardenburg, deren Namensgeber auf dem Prüfstand bezüglich ihrer Nazi-Vergangenheit stehen.

Jan-Michael Heimann

Wardenburg - Straßen, die nach Personen mit zweifelhafter Nazi-Vergangenheit benannt sind, sorgten im vergangenen Jahr für lebhafte Debatten. Nicht nur in der Stadt Westerstede (Kreis Ammerland), in der die Robert-Dannemann-Schule umbenannt werden sollte. sondern auch in der Gemeinde Wardenburg, in der Robert Dannemann und sein Vater Diedrich Dannemann ebenfalls Namensgeber für zwei Straßen sind. In diesem Jahr war dieses brisante Thema mehr oder weniger auf Eis gelegt. Warum eigentlich, wollte die Wardenburg-Redaktion wissen.

Auftrag im Oktober ’21

In Wardenburg beschäftigte sich nach einem Antrag der SPD der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau erstmals im September 2021 mit „auffälligen“ Namensgebern von Straßen. Doch die Gemeinde wollte nichts überstürzen und sich die Biografien der „Verdächtigen“ genauer ansehen. Und so entschied sich der Verwaltungsausschuss am 6. Oktober 2021, für zwölf Personen eine weitergehende Untersuchung mit Hilfe externer Experten anzuschieben, die das Wirken der ins Visier Genommenen zur Zeit des Nationalsozialismus’ näher beleuchten sollten.

Die Ergebnisse sollten der Öffentlichkeit und den Gremien vorgestellt werden, um dann das weitere Vorgehen zu beraten.

Experten angefragt

„Entsprechend dem Beschluss wurden sodann durch die Gemeindeverwaltung die im Landesarchiv Oldenburg vorhandenen Entnazifizierungsunterlagen ausgewertet und hinsichtlich der Nutzung des Bundesarchivs der deutsche Recherche- und Informationsdienst in Berlin eingeschaltet“, heißt es von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage dieser Zeitung. Die hieraus gewonnenen Unterlagen wurden Dr. Mareike Witkowski und Dr. Joachim Tautz zur Verfügung gestellt, die vom Institut für Geschichte der Universität Oldenburg empfohlen worden waren.

Mit den beiden Experten wurde Werkverträge geschlossen mit dem Ziel, von dem genannten Personenkreis Kurzbiografien zu erstellen. Einen kurzen Zwischenbericht lieferte Bauamtsleister Frank Speckmann unserer Zeitung im März dieses Jahres, als er die Namen Georg Lammers und Heinrich Eichler preisgab, die unter anderen im Fokus der Recherchen standen. Die endgültigen Ergebnisse waren für den 23. Juni im Ausschuss für Hoch-/Tiefbau angekündigt. Doch dazu kam es nicht. Die Beratung wurde noch einmal auf den 25. August verschoben.

Ausschuss vertröstet

Abermals wurde der Fachausschuss vertröstet: „Leider haben sich jedoch Verzögerungen ergeben, die eine Behandlung und Beratung erst in der für den 24.11.2022 geplanten Sitzung möglich machen“, war die Aussage im August. Doch wieder ließen die mit Spannung erwarteten Ergebnisse auf sich warten.

„Danach haben sich leider krankheitsbedingt und aufgrund von durch Corona bedingten Nutzungseinschränkungen beim Bundesarchiv weitere Verzögerungen ergeben“, erklärt Hendrik Müller, zuständig bei der Gemeinde für die Öffentlichkeitsarbeit. Hinzu sei die Kostenentwicklung für den Bau der Grundschule Hundsmühlen gekommen, die es nötig machte, den eigentlich vorgesehenen Sitzungstermin im November dann für eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse Hoch-/Tiefbau und Bildung zu nutzen. Nun soll es einen neuen Anlauf geben: Die Ergebnisse aus den monatelangen Recherchen sind jetzt für den Sitzungstermin Donnerstag, 9. Februar, vorgesehen.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg
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