Wardenburg/Tungeln - Wie lange heißt der Robert-Dannemann-Weg noch Robert-Dannemann-Weg? Oder wird er überhaupt nicht umbenannt? Die Namensgebung dieser Straße in Tungeln löste in der Gemeinde Wardenburg im vergangenen Jahr Diskussionen aus. Denn dem gebürtigen Tungelner Robert Dannemann, der 1965 gestorben ist, wurde eine Nazi-Vergangenheit nachgewiesen.
Elf Straßen
Die Verwaltung in Wardenburg schlug deshalb ein Verfahren zur Prüfung der Straßennamen im Gemeindegebiet vor. Letztendlich wurde beschlossen, dass elf Straßen und Wege genauer unter die Lupe genommen werden sollen. Das bestätigte auch der Wardenburger Verwaltungsausschuss am 6. Oktober so. „Zwischenzeitlich konnte ein Rechercheauftrag zu möglicherweise im Bundesarchiv in Berlin vorhandenen Unterlagen an einen Dienstleister erteilt werden“, schreibt die Verwaltung zum aktuellen Stand des Verfahrens. Aufgrund der Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen in der Nutzung der Archive lägen hier jedoch noch keine Ergebnisse vor, so die Verwaltung weiter.
Akten aus Landesarchiv
Doch das Bundesarchiv in der Hauptstadt ist nicht die einzige Informationsquelle für das Verfahren, verrät die Gemeinde. Im Landesarchiv in Oldenburg seien für mehrere Namensgeber von Gemeindestraßen Entnazifizierungsunterlagen gesichtet worden. In Kopie sind diese laut Verwaltung dann an diejenigen weitergeleitet worden, die für die Erstellung von Kurzbiografien zuständig seien. „Für die Erstellung dieser Biografien konnten auf Empfehlung von Herrn Prof. Dr. von Reeken vom Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg Herr Dr. Joachim Tautz und Frau Dr. des. Mareike Wittkowski gewonnen werden“, so die Verwaltung. Diese sichteten derzeit das bisher vorhandene Material und prüfen danach, ob darüber hinausgehend weitere Recherchen nötig sind.
Weiterer Ablauf
Untersucht werden derzeit zwölf Personen und elf Straßennamen: August Niemann, weiterhin Diedrich Dannemann (Vater von Robert Dannemann) sowie Robert Dannemann, Friedrich Koopmann, Friedrich Lübbers (Name von Vater und Sohn), Georg Droste, Georg Lammers, Johann Heinrich Fangmann, Hermann Gerhard Bernhard Labohm, Hermann Friedrich Gerhard Meyer und Rudolf Waldemar Harbig.
Erste Informationen wird es wohl im März geben, heißt es aus dem Rathaus. In der Sitzung des Ausschusses für Hoch- und Tiefbau am 17. März soll es einen Bericht der Verwaltung geben. Die Vorstellung der Ergebnisse sei für die Sitzung des Ausschusses für Hoch- und Tiefbau am 23. Juni geplant. „Dann ist auch über das weitere Vorgehen zu entscheiden“, heißt es. Aufgrund der pandemischen Lage könnten sich allerdings die geplanten Abläufe in zeitlicher Hinsicht ändern, heißt es abschließend. Bedeutet: Mindestens bis zum Sommer wird der Robert-Dannemann-Weg in Tungeln der Robert-Dannemann-Weg bleiben.
