Ahlhorn - Die Probleme von Jugendlichen sind für ihn kein Problem: Denn der 32-jährige Temur Litvinov arbeitet als Streetworker in Ahlhorn. Streit schlichten und ein regelmäßiger Austausch mit den Heranwachsenden gehören zu seinem beruflichen Alltag. „Ich möchte, dass sich die Jugendlichen hier wohlfühlen“, sagt Litvinov.
Seit 2021 in Ahlhorn
Geboren ist er in Usbekistan, im Kindesalter wanderte seine Familie nach Deutschland aus. An der Universität Oldenburg studierte Litvinov Evangelische Theologie und Religionspädagogik und Philosophie im Bachelor. Es folgte ein Master-Studium in Kulturwissenschaften an der Universität Vechta. Danach arbeitete er als Integrationsbeauftragter im Landkreis Aurich. Seit Oktober 2021 ist er als Streetworker in Ahlhorn beschäftigt.
Sprache und Migration
Sein Migrationshintergrund sei von Vorteil im Gespräch mit Jugendlichen: „Manchmal ist es sinnvoll, wenn man sich mit den Jugendlichen in ihrer Muttersprache unterhält, dadurch gewinnt man Vertrauen.“ Deshalb spreche er häufig Russisch. Außerdem sei die Sprache enorm wichtig, um Konflikte zu schlichten. Jedoch gibt es auch Situationen, in denen Litvinov nicht direkt reingrätscht: „Wenn ich sehe, dass sich zwei Personen streiten, beobachte ich erst und greife erst ein, wenn sie etwas ruhiger sind.“ Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit ist das neue Jugendzentrum in Ahlhorn, welches zwischen der Graf-von-Zeppelin-Oberschule und dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium liegt. Außerdem befindet sich direkt neben dem Jugendzentrum ein Kunstrasenplatz. „Manchmal sehe ich ein paar Jungs dort Fußball spielen“, so Litvinov. Und wenn einer von ihnen dann mal ein schönes Tor schießt, gibt es Lob vom Streetworker. Denn ein gut gemeintes Kompliment sei meistens ein guter Gesprächseinstieg.
Parkplätze und Bahnhof
Wo Litvinov Gespräche mit den Jugendlichen führt, ist ganz offen. Mal ist es ein Supermarkt-Parkplatz, mal der Bahnhof oder der Bolzplatz: „Je nachdem, wo ich gebraucht werde.“ Außerdem steht er in engem Austausch mit den Schulen und dem „U25-Jobcenter“. Besonders motivierend findet der Streetworker, Jugendlichen unter die Arme zu greifen bei ihren persönlichen Problemen.
Netzwerk aufbauen
Auch bei Schwierigkeiten mit Behörden setze er sich ein, so Litvinov. Des weiteren arbeitet er daran, ein Netzwerk aufzubauen und das Image von Ahlhorn aufzubessern. In Zukunft möchte der Streetworker außerdem gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen Projekte im Bereich der Jugendarbeit angehen. „Wir werden uns beraten und sehen, was wir noch machen können, um den Jugendlichen in der Gemeinde zu helfen.“
