Hude - Während sich die deutsche Fußball-Nationalelf vergebens um einen Sieg gegen das Team Polens (0:1) abmühte, stand der Erfolg im Forum der Peter-Ustinov-Schule dagegen am Freitagabend ganz im Mittelpunkt. Hudes Bürgermeister Jörg Skatulla leitete hier die Vorstellung verdienter Ehrenamtlicher im Rahmen des Tages des Ehrenamtes und unternahm gleichzeitig auch noch einen Ausflug in die Welt der künstlichen Intelligenz (KI).
„Ich habe den „Chatbot Generative Pretrained Transformer“ (ChatGPT) mit der Frage nach der Bedeutung des Ehrenamtes gefüttert. Es ist erstaunlich, was dabei herausgekommen ist“, so der Bürgermeister, „Es stimmt tatsächlich alles.“ Soziales Engagement, Stärkung des Gemeinwesens, persönliche Entwicklung, Ergänzung des staatlichen Handelns und wirtschaftlicher Wert für die Volkswirtschaft seien wichtige Säulen des Ehrenamtes.
Alle Geehrten des Tages des Ehrenamts in Hude: Bürgermeister Jörg Skatulla (von links) mit Dana Horstmann-Werpup, Claas Horstmann-Werpup, Lutz Harfst, vier Vertreter des Arbeitskreises Lintel, Kurt Werner, Frank Hattendorf und Michael May
Peter KratzmannJury entscheidet
Doch zum eigentlichen Anlass des Abends: Die Jury bestehend aus Mitgliedern des Verwaltungsausschusses und den Fachbereichsleitern der Verwaltung, wählten fünf Vorbilder 2023 aus. Die stellte Jörg Skatulla unterstützt durch seinen Vornamensvetter dem Stimmenimitator Jörg Hammerschmidt unterhaltsam vor.
Eine ganz besondere Ehrung (Prävention und Unfallverhütung) gab es für Frank Hattendorf. Nicht etwa als Kreisbrandmeister, sondern als Ehrenamtlicher, der seit 2012 zunächst nur den elektronischen Notfallhelfer, ein Defibrillator, im Rathaus wartet und nun alle acht Geräte an den Standorten Sporthallen und Freibad/Hallenbad/Schulen inspiziert. „Trotz Berufstätigkeit und dem aktiven Ehrenamt als Kreisbrandmeister des Landkreises Oldenburg kümmert er sich vorbildlich um diese Aufgabe“, lobte der Bürgermeister und zeichnete ihn als besonderes Vorbild 2023 aus. Anerkennung gab es auch von Michael May, Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbands Oldenburg (GUV).
Der Huder Geschäftsmann Claas Horstmann-Werpup ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) tätig. Jugendarbeit, darunter die Einsätze an der Nordsee und nicht zuletzt und die Übernahme von Schichten im Huder Naturbad, zeichnen ihn aus.
Auch Lutz Harfst wurde als Vorbild 2023 geehrt. Harfst ist neben seiner selbstständigen Tätigkeit vielfältig unterwegs und hat immer ein offenes Ohr und unterstützt mit Geld und Taten gemeinnützige Zwecke. Neben seiner Tätigkeit im Gewerbe- und Verkehrsverein seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist er auch im Reitclub Hude im Vorstand aber auch als erfolgreicher Übungsleiter tätig. Ferner ist er auch im Handballförderverein des Turnvereins (TV) Hude sowie im Rotary Club tätig. Unter anderem Bürgerfest, italienische Nacht, Lichterabend, Bürgerfrühstück, Frühlingslauf sind ohne ihn nicht vorstellbar.
Anerkennung gab es auch für den Arbeitskreis Dorferneuerung Lintel. Bemerkenswert sei, dass in Lintel sehr viel Eigenleistungen im Rahmen der Dorferneuerung eingebracht wurden, wie der Anbau von Dorfgemeinschaftsräumen am bestehenden Schützenvereinsgebäude mit Unterstand und integriertem Pavillon beim Schießstand. 2.430,25 Arbeitsstunden wurden ehrenamtlich geleistet plus Verpflegung durch die Damen.
Zahlreiche Ehrungen
Zusätzlich ist ein Aufenthaltsbereich mit Spielplatz beim Schützenvereinsgebäude entstanden. Ein von der Firma Thoma zugeschnittenes Buswartehäuschen an der Linteler Straße – Friedwald – wurde in Eigenleistung aufgebaut.
Nach Ablauf der Dorferneuerung sind zwei weitere Buswartehäuschen des gleichen Typs aufgestellt worden. Im vorigen Jahr feierte die Bauerschaft Lintel ihr Jubiläumsfest zum 750-jährigen Bestehen. Hier ist ebenfalls sehr viel Eigeninitiative und Herzblut in alle Vorbereitungen und die Umsetzung gesteckt worden. Und noch eins: Im Dorf werden viele Aktivitäten organisiert: Neubürger werden unter anderem durch Michael Haverkamp und Frank Tönjes besucht. Eine Gemeinschaftsleistung, die zeigt, was möglich ist, wenn sich die Menschen im Dorf gemeinsam einbringen. Mitglieder des Arbeitskreises sind Renke Dählmann, Michael Haverkamp, Guido Einemann, Gerrit Schlötelburg und Nadine Tönjes.
Kurt Werner, ist als pensionierter Kriminalbeamter seit 1992 ehrenamtlich für den Tennisverein Hude anfangs als Pressewart, Jugendwart dann 2008 bis 2019 als Vorsitzender des Tennisvereines Hude (27 Jahre) tätig. Er kümmerte sich um Zuschüsse, Sponsoren und organisierte Turniere. 2016 wurde er aktives Mitglied der Außenstelle Oldenburg des Weißen Rings zuständig für die Stadt Oldenburg und den Landkreis Oldenburg. Seit 2020 ist er stellvertretender Außenstellenleiter und zeigt hier einen beispielhaften Einsatz bei der Unterstützung von Opfern von Kriminalität. In einem der größten Nachkriegsmordprozesse in Deutschland – in dem Verfahren gegen den Krankenpfleger Niels Högel – war Werner an 24 Prozesstagen beteiligt.
