Wildeshausen - Vor fünf Jahren gab es schon einmal einen Tag des offenen Gartens beim Wildeshauser Umweltverein Grüner Planet. Damals, im Juni 2018, hatte der Verein zusammen mit der Diakonie Himmelsthür und der Freiwilligenagentur „Misch mit“ das inklusive Projekt „Natürlich gemeinsam“ gestartet, das nun ebenfalls fünf Jahre alt ist. Grund genug für einen neuen Tag des offenen Gartens: An diesem Sonnabend, 15. Juli, steht der Vereinsgarten am historischen Stadtwall (mit wenigen Schritten zu erreichen vom hinteren Parkplatz des K+K-Marktes) interessierten Gästen ab 11 Uhr offen und das Projekt „Natürlich gemeinsam“ stellt sich vor.
Doppelt natürlich
„Es geht um Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung vor dem Hintergrund von Natur und Umwelt“, beschreibt Thorben Kienert von der Freiwilligenagentur die gemeinsame Initiative. Das Wort „Natürlich“ habe dabei eine doppelte Bedeutung: Neben dem Hinweis auf die Thematik, mit der sich die Gruppe beschäftigt, solle auch die Selbstverständlichkeit des Miteinanders von Menschen mit Assistenzbedarf – in diesem Fall Bewohner der Diakonie Himmelsthür – und Nicht-Behinderten ausgedrückt werden.
Alle 14 Tage sonntags treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in dem Garten, den der Verein Grüner Planet bereits 2015 auf zwei Hintergrundstücken an der Gartenstraße angelegt hat. Dann wird gepflanzt und gesetzt, gegraben und gejätet. „Am wichtigsten ist die Ernte“, sagt Vereinsvorsitzender Raphael Klein. Es gibt einen großen Gemüsegarten, in dem Kartoffeln, Möhren, Paprika, Erdbeeren oder auch verschiedene Kräutersorten und Sonnenblumen angebaut werden. An anderer Stelle stehen Hochbeete, Apfelbäume oder Johannisbeersträucher, sogar ein paar Maispflanzen wachsen in die Höhe. Dazwischen flattern Schmetterlinge oder summen Insekten. Die mehr als 1000 Quadratmeter große Fläche haben die Immobilienbesitzer am Gartenweg dem Verein „Grüner Planet“ kostenlos zur Nutzung zur Verfügung gestellt.
„Wir sind hier mitten in der Stadt und trotzdem ist es total ruhig“, findet Klein. „Es ist wie eine Oase“. Nur Wasser, das in einer Oase eigentlich vorkommen sollte, ist knapp. Der Verein fängt das Regenwasser in zwei großen Tonnen auf, aber in Dürrezeiten wie jetzt reicht das nicht. Dann müssen schon mal Eimer und Gießkannen von weither herangeschleppt oder gar Schlauchleitungen zu Haushalten in der Umgebung verlegt werden.
Gemeinsam unterwegs
Neben der Gartenarbeit gehören zum Projekt „Natürlich gemeinsam“ Ausflüge, die ebenfalls das Thema Natur und Umwelt ansprechen. Zuletzt wurde der Wagyu-Rinderhof Auetal in Garrel besucht, davor war die Gruppe unter anderem im Klimahaus in Bremerhaven oder unternahm eine Wattwanderung in Butjadingen. Auch die nächste Ausfahrt ist schon geplant: Am Sonntag, 20. August, findet eine Torfkahnfahrt im Bürgerpark Bremen statt. Wer mitfahren und dabei das Projekt besser kennenlernen möchte, kann sich bei der Freiwilligenagentur unter der Telefonnummer 04431/7483475 anmelden.
