Wildeshausen - Wer sich nach der Kultur und dem Lebensgefühl Großbritanniens sehnt, muss nicht unbedingt in den nächsten Flieger steigen. Ruth Offermann hat sich ein eigenes kleines Stück England mitten in Wildeshausen erschaffen – inklusive Union-Jack-Flagge im Garten und einem Teehäuschen. Besonders angetan hat es ihr das britische Königshaus. Deshalb steht diese Woche für Offermann ganz im Zeichen des Jubiläums von Queen Elizabeth, die vor 70 Jahren den Thron bestiegen hat.
Als am Donnerstagmittag die Übertragung der Militärparade „Trooping the Colour“ läuft, ist bereits alles angerichtet: Auf einem kleinen Tisch stehen Finger Food und britischer Earl Grey. Neben dem Fernseher steht ein Schrank mit Geschirr, auf dem die Queen abgebildet ist, sowie einige Fotos – sogar eine winkende Queen-Wackelfigur hat hier ihren Platz gefunden. Vor dem Fernseher liegen Magazine über die britische Königin. „Elizabeth hat auch in Krisen immer ihr Ding durchgezogen und war immer für England da – auch noch mit 96 Jahren“, sagt Offermann. Deshalb bewundere sie die Königin.
Liebe seit Kindheitstagen
Doch woher kommt diese Liebe zu England? Angefangen hat alles im Café der Eltern. Dort blätterte die damals 10-jährige Offermann durch die Boulevardmagazine und blieb an den Artikeln zu dem britischen Königshaus hängen. „Das war von Anfang an mein Ding“, sagt Offermann. Daraus entwickelte sich ein Interesse an der Kultur, vor allem an Krimis wie Inspector Barnaby oder Miss Marple. „Ich schätze den trockenen, schwarzen Humor.“
So wundert es nicht, dass die inzwischen 60-jährige Offermann mit der Familie bereits fünfmal in London war. Dort hat sie sich Wachablösungen am Buckingham Palace angeschaut und in Museen ihr Wissen über die Traditionen des Königshauses vertieft. Die Engländer hat sie stets als gesittet, hilfsbereit und höflich wahrgenommen. „Wenn die in einer Schlange stehen, nehmen sie Rücksicht aufeinander“, so Offermann. „Da drängelt niemand.“
Besonders stolz ist Offermann auf das Teehäuschen, das sie im Garten aus einem einfachen Gartenhaus hergerichtet hat. Hier befindet sich ein Sammelsurium an Gegenständen mit englischem Bezug – von Teekannen über Kissen bis hin zu Geschirrhandtüchern. Vieles hat sie auf Flohmärkten erworben. „Wenn es mir mal nicht gut geht, kann ich hier Kraft tanken“, erzählt sie.Sendungen verfolgen
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Die Liebe für Großbritannien hat sie an die nächste Generation weitergegeben. So haben es sich auf dem Sofa auch die Schwiegertochter Jana Offermann und ihre Tochter Lara Reineke bequem gemacht, ebenfalls in Vorfreude auf das Thronjubiläum. Gemeinsam haben sie im Fernsehprogramm alles Wichtige rot angestrichen. Bis Sonntag werden zahlreiche Dokumentationen über die Queen und Live-Übertragungen vom Königshaus gesendet. Besonders freut sich Offermann auf die Kutschfahrt der Königsfamilie vom Paradeplatz zum Palast und das Betreten des Balkons.
Bei aller Liebe zum Königshaus gibt es aber selbst für Ruth Offermann Grenzen. „Für Übertragungen, die nachts laufen, bleibe ich nicht wach.“ Doch auch dafür hat sie eine Lösung: „Ich nehme alle Sendungen auf, damit ich sie später noch gucken kann.“
