Großenkneten - Ein letzter Auftritt beim Großenkneter Frühjahrsmarkt, ein letztes Treffen danach für ein gemeinsames Foto: Die „Treek-Sood-Musikanten“ mit Werner Schütte, Hans Schröder, Enno Spark, Alfred Kruse, Herbert Mahlstedt, Helmut Juretschke, Heino Stolle und Claus Stöver haben sich altersbedingt aufgelöst. 38 Jahre sorgte die Musikkapelle bei unterschiedlichsten Veranstaltungen für Unterhaltung.
Der Anfang
Zum 75-jährigen Bestehen der Bauerschaft Hespenbusch im Jahr 1985 hatten sich die Hobbymusiker Friedhardt Stigge, Günter Riggelsen und Claus Stöver für einen ersten Auftritt zusammengeschlossen und nannten sich fortan „Treek-Sood-Musikanten“. Treek steht für ziehen und Sood für Brunnen: Ziehbrunnen. Dieser sogenannte „Treek-Sood“ befand sich bei den ehemaligen Bauernhöfen an der Seitentür zum Garten. Im Laufe der Jahre schlossen sich auf Initiative von Friedhardt Stigge weitere Musikanten aus den umliegenden Orten an, sodass die Gruppe in ihren Spitzenzeiten aus 19 Mitgliedern bestand. Neben weiteren Handharmonikaspielern kamen Tuba, Schlagzeug, Tenorhorn und die legendäre Teufelsgeige hinzu.
Das Repertoire
Das Repertoire reichte von norddeutschen Heimatliedern über Polkas und Märsche bis hin zu bayerischen Klängen. Pro Auftritt standen bis zu 24 Lieder auf dem Programm. „Und das“, erklärt Claus Stöver aus Großenknten schmunzelnd, „ohne Noten! Die sind bei den Volks- und Stimmungsliedern, die meist jeder zum Mitsingen kennt, auch gar nicht nötig.“ Neben einer Reihe von Auftritten, davon 20 Jahre an Himmelfahrt in Beckeln, gehörten sie seit mehr als 30 Jahren zum festen Bestandteil der Großenkneter Frühjahrs-, Weihnachts- und Herbstmärkte, bei denen sie mit ihrer handgemachten Musik für Stimmung sorgten. „Der absolute Höhepunkt“, so erinnert sich Claus Stöver, „war 1999 der Auftritt in den USA. Durch eine private Initiative nahmen wir in New Ulm im Bundesstaat Minnesota am jährlich stattfindenden Heritage-Festival der dort ansässigen deutschstämmigen Auswanderer teil“. Stöver schwärmt noch heute davon: „Als wir am Schluss noch einmal mit unseren deutschen Volksliedern aufspielten, flossen unter den vielen deutschstämmigen Zuhörern die Tränen“.
