Kirchhatten - Manche Ballwechsel dauern beim Tennis länger. Immer wieder fliegt der Ball übers Netz, bis endlich einer der Spieler doch noch den Punkt macht. Geduld benötigte die Tennisabteilung der TSG Hatten-Sandkrug auch für ein Herzensprojekt. Seit 2019 arbeitet die Abteilungsleitung mit ein paar Helfern an dem Projekt, ein neues Vereinsheim auf der Anlage am Osterkamp in Kirchhatten zu bauen.
Im August 2021 übergab der Verein den offiziellen Bauantrag an den damaligen Bürgermeister Christian Pundt. Anderthalb Jahre später konnte nun am 24. Februar Richtfest gefeiert werden.
Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Im April werde das Haus eingeweiht, verriet Abteilungsleiter Christian Seidl unserer Redaktion. „Pünktlich vor den ersten Aufschlägen der neuen Saison, die im Mai wieder startet.“
Gedulden musste sich die TSG vor allem, bis die Förderung durch den Landessportbund und damit dann auch den Kreis und die Gemeinde gesichert war. Im Oktober vorigen Jahres gab es dann grünes Licht: der Landessportbund gab 60 000 Euro, der Landkreis 50 000 Euro und die Gemeinde Hatten sogar 88 000 Euro. Bleiben etwa 150 000 Euro, die der Sportverein selbst aufbringen muss, um das circa 350 000 Euro teure Holzhaus – mit überdachter Terrasse und viel Glas – bauen zu können. Möglich machten das auch Eigenleistungen und Spenden.
Tennis läuft bei der TSG
Der 1. Vorsitzende der TSG, Ingo Kühling, unterstrich in seiner Begrüßung die Tatsache, dass der Tennissport in Kirchhatten, entgegen dem bundesweiten Trend, sich einer großen Beliebtheit erfreue. Das Projekt selbst sei „ein Meilenstein“ und nur dank engagierter Menschen aus dem Verein möglich gewesen. Ein großes Lob ging außerdem an die ausführende Firma, Zimmerei Thorben Brünjes, für ihre Kooperation und Flexibilität.
Christian Seidl selbst spricht von einem „sehr langen, steinigen Weg“, den die Tennisabteilung zurücklegen musste. Umso stolzer sei man auf das Erreichte. Bürgermeister Guido Heinisch blieb sprachlich im Bilde. „Nicht jeder erste Aufschlag führt gleich zum Erfolg. Bis zum Satzgewinn nach langen Grundlinienduellen hat es ein bisschen gedauert.“ TSG und Gemeinde hätten eine „enge Verbindung“. Der größte Hatter Verein sei ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens.
Holzhütte lebt weiter
Die alte, im Jahr 1974 errichtete Holzhütte war schon seit Jahren nicht mehr geeignet, dem Ansturm der Tennisspieler angemessen zu begegnen. Vor allem die Umkleiden und Sanitäranlagen waren, vorsichtig ausgedrückt, in die Jahre gekommen. Der Neubau soll im Gegensatz zu seinem Vorgänger an gleicher Stelle auch barrierefreie Zugänge erhalten.
Die Geschichte der alten Holzhütte ist damit aber noch nicht zu Ende. Wie unsere Redaktion erfuhr, ist sie von Mitgliedern eines Fischereivereins aus dem Saterland abgebaut worden – und soll dort künftig ein zweites Leben als Vereinshütte führen.
