Gemeinde Hatten/Auvers-Le-Hamon - Mitte April 1980: Eine sechsköpfige Delegation aus Hatten mit Bürgermeister Eilert Tantzen, Gemeindedirektor Helmut Hinrichs an der Spitze stattet zum ersten Mal der kleinen französischen Gemeinde Auvers-le-Hamon einen Besuch ab. Begleitet wird sie vom Sandkruger Jugendorchester.
Straße namens Sandkrug
Auf dem Platz vor dem Festsaal werden sie von vielen der damals 1200 Einwohnern freundlich begrüßt. Zum Programm zählen eine Messe, ein Festmarsch durch den Ort und eine Taufe – die Gastgeber benennen eine ihrer Straßen auf den Namen „Sandkrug“. Nur wenige Wochen später revanchiert sich Hatten mit einem Ratsbeschluss: Am 29. April 1980 beschließt das Gremium, eine internationale Partnerschaft mit Auvers einzugehen. Es ist gleichzeitig auch der Startschuss für das Hatter Partnerschaftskomitee.
40 Jahre später: Maren Meyer und Edo Wübbenhorst blicken gemeinsam mit NWZ-Redakteur Werner Fademrecht auf die derzeitige Lage. Das Partnerschaftskomitee gibt es nicht mehr. An seine Stelle sind vor ein paar Jahren die Freunde der Partnerschaft gerückt. Weniger formal, offen für jeden, der an der Kontaktpflege mit Frankreich interessiert ist. Das Jahr 2020 ist unter diesem Gesichtspunkt allerdings ein Totalausfall. Wegen der Corona-Krise, die Frankreich noch stärker als Deutschland getroffen hat, sind in diesem Jahr alle Treffen geplatzt. „Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem wir das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft feiern wollten“, sagt Maren Meyer mit Bedauern. Neben dem traditionellen Himmelfahrtstermin sind auch private Reisen erzwungenermaßen ausgeblieben. Die Stimmung auf französischer Seite sei noch gedrückter als in Hatten, so ihr Eindruck. Es gebe zurzeit kaum klare Aussagen, wie es 2021 weitergeht. Der nur ein Zehntel so großen Gemeinde fehlt dafür in der Corona-Krise vermutlich auch das Geld.
Süßer Trost aus Hatten
Um die schwierige Zeit in Auvers-le-Hamon etwas zu versüßen, haben die Freunde der Partnerschaft jetzt ein fünf Kilogramm schweres Paket auf den Postweg gebracht. Darin gut verpackt: 40 Lebkuchen, auf denen das Partnerschaftslogo klebt, adressiert an die besonders in der Partnerschaft Engagierten in Auvers-le-Hamon.
Was auf Hatter Seite die Hoffnung auf eine stabile Zukunft der 40 Jahre alten Partnerschaft macht? Alt-Bürgermeister Pierrot Legay, von Beruf Lehrer, ist weiter aktiv beteiligt, ebenso wie Übersetzerin Isabelle Creyssac. Und nicht zu vergessen die Jugend: Der Kontakt der jungen Generation laufe übers Internet ungebrochen weiter, heißt es.
