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Ukraine-Krieg Spendenaktion löst Hilfewelle in Ganderkesee aus

Sortiert die Spenden: Klaus Heinrich, Inhaber von Glas-Becker aus Delmenhorst.

Sortiert die Spenden: Klaus Heinrich, Inhaber von Glas-Becker aus Delmenhorst.

Christin Hufer

Ganderkesee - 1181 Kilometer werden Andreas Lange, K-Nord in Ganderkesee, und Klaus Heinrich, Glas-Becker in Delmenhorst, am Mittwochmorgen nach Polen fahren. Sie bringen mit einem Lastwagen und einem 40-Tonner Hilfsgüter nach Chelm - ein Ort, der 20 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt ist. Die Unternehmer haben eine gemeinsame Spendenaktion für die Opfer des Ukraine-Krieges gestartet und damit eine enorme Spendenbereitschaft von Unternehmen und Menschen aus der Gemeinde Ganderkesee und Delmenhorst ausgelöst.

Erstversorgung

Bereits am Dienstagmorgen sind so viele Spenden auf dem Hof des Entsorgungsdienstleisters K-Nord eingetroffen, dass nur eine Tour nach Polen nicht ausreichen wird, erklärt Lange. Noch am Samstag, als Heinrich ihn kontaktierte, um zu fragen, ob Lange ihn bei der Spendenaktion unterstütze, hätte er sich nicht vorstellen können, welches Ausmaß die Aktion annehmen würde. „Wir dachten eigentlich, dass wir einen Lkw vollmachen und nach Polen fahren und die Aktion damit beendet ist“, sagt Lange. Dass sich zwei Tage später die Paletten, Kartons und Säcke auf dem Hof seiner Firma stapeln, bewege ihn sehr.

Medizin Gespendet

Für die erste Fahrt bepackten die Helfer Paletten mit Gütern, die am dringendsten für die Erstversorgung der Geflüchteten gebraucht werden. Das seien vor allem warme Kleidung, Medikamente, Hygieneartikel, warme Decken, Windeln, Babynahrung und Lebensmittel. „Man darf nicht vergessen, dass dort vor Ort noch Minusgrade sind“, sagt Lange. Dabei unterstützten unter anderem die Fachklinik für Orthopädie in Stenum, die Pelikan-Apotheke aus Ganderkesee und die Apotheke Schierbrok mit Medikamenten, wie Schmerzmitteln, Fiebersäften für Kinder, Hustensäften, Wundsalben, aber auch Verbandszeug, Masken, Corona-Tests und Desinfektionsmittel.

Für Daniela Wolff, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Klinik in Stenum, war der Spendenaufruf eine Erleichterung: „Man ist so ergriffen und erschlagen von den Nachrichten, dass man erst einmal wie gelähmt ist“, sagt sie. Die Hilfsaktion von K-Nord und Glas-Becker habe es ermöglicht, anzupacken und aktiv zu werden. Auch die Klinikleitung habe nicht lange gezögert, so betont es Wolff, und eine Großbestellung aufgegeben, die am Dienstag zum Entsorgungsdienstleister gebracht worden ist.

Weitere Fahrten

Aber nicht nur bei Unternehmen hat der Spendenaufruf eine Hilfewelle ausgelöst. Auch Privatpersonen aus Ganderkesee und der Umgebung ergriffen die Initiative und brachten kistenweise Spenden zu K-Nord. Das habe Lange stark beeindruckt: „Ich bin nicht nah am Wasser gebaut, aber das berührt mich schon sehr.“

Mittlerweile sei so viel eingetroffen, dass der Unternehmer bittet, erst einmal keine Spenden mehr vorbeizubringen. Denn es müsse zunächst vor Ort geklärt werden, was überhaupt gebraucht wird und gelagert werden kann.

Rund 15 Stunden wird die Fahrt nach Chelm dauern. Die Unternehmer steuern eine Flüchtlingsunterkunft mit rund 300 Frauen und Kindern an. Von dort aus sollen weitere Spenden auf die Region um die ukrainische Grenze verteilt werden. Sobald die Unternehmer wieder in Ganderkesee ankommen, planen sie weitere Fahrten nach Polen. Dafür haben weitere Speditionen bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen
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