„Ängste und Sorgen werden lauter“, Berichte zur geplanten Erweiterung der Biogasanlage in Düngstrup

Diese Art der Biogasanlagen sehe ich ganz positiv. Es ist eine Verbesserung, wenn Biogas nicht unter hohen Verlusten verstromt, sondern in Erdgasqualität eingespeist wird. Für mich sind allerdings bei der Anlage in Düngstrup einige Voraussetzungen zu schaffen:

1. Der Vorgang der Genehmigung wird von anderen Tierhaltern genau beobachtet und sie stehen schon in den Startlöchern. Diese Form der Biogas-Anlagen schafft Begehrlichkeiten. Die Gleichheitsgrundrechte verpflichten nach einer Genehmigung die Genehmigungsbehörden auch zur Genehmigung von weiteren ähnlichen Anlagen. Lösen lässt sich das nach meiner Ansicht nur durch ein kleines Gewerbegebiet mit der Möglichkeit des Aufbaus von weiteren Anlagen anderer Betreiber. Möglichst mit nahen Anschlussmöglichkeiten zur Einspeisung in das Gasnetz und mit Bahnanschluss, um vom Lkw-Verkehr herunterzukommen.

2. Es macht Sinn, dass weniger nachwachsende Rohstoffe (zu 90 Prozent Mais) vergärt werden und die Energie aus dem Mist genutzt wird. Allerdings besteht dann eine Abhängigkeit von ganz viel Mist und wir kommen nicht von der hohen Tierdichte herunter. Eine Bindung der Anzahl der Tiere an den eigenen Futtermittelanbau, optimal zu 100 Prozent, ist für mich daher zwingend notwendig.

3. Es muss sichergestellt werden, dass keine nachwachsende Rohstoffe in die Anlage eingespeist werden. Im Landkreis Oldenburg steht rund 46.000 Hektar Ackerland zur Verfügung. Davon werden schon jetzt weit über 30.000 Hektar für den Maisanbau (Energiemais, Futtermais, Körnermais) genutzt. Auf die Nachteile von Monokulturen und Gülleentsorgungspflanzen möchte ich jetzt nicht eingehen. Ich bin fest der Ansicht, dass, wenn alle Beteiligten die Ansiedlung auf einem kleinen Gewerbegebiet befürworten würden, es eine Win-Win-Situation geben würde.

Frank Poppe Wildeshausen