- Wenn ich die letzten Monate zurückblicke, ist die Zeit doch ganz schön schnell vergangen. Ich hab viel dazugelernt, mein Englisch um einiges verbessert, aber ebenso auch ein wenig Deutsch verlernt, was ich mal als gutes Zeichen nehme. Ich hab bereits jetzt unglaublich viel von den USA gesehen und konnte meine kleinen negativen Vorurteile den Amerikanern gegenüber in eine neue unglaublich positive Meinung ändern. Die USA gefallen mir, die Leute sind unfassbar freundlich, und im Supermarkt werden einem alle Einkäufe noch vor dem Bezahlen von Angestellten eingepackt.

Die Niagara-Fälle in Buffalo, die Space Needle in Seattle, der Sears Tower in Chicago habe ich besucht, und ebenso habe die ehemalige Gastfamilie meiner Schwester Christine in Nebraska. Dies alles waren unglaublich schöne und unvergessliche Erlebnisse, die mich in meinem American Year begleiten und im Leben voranbringen. Voranbringen, um offener anderen Kulturen gegenüber zu sein, kennen zu lernen, was das Leben ausmacht, und Daheimgebliebene so wertzuschätzen, wie man sie wertschätzen sollte.

Anfangs hat man bei den übergroßen Packungen im Sam’s Club gestaunt, heute gehe ich durch den Supermarkt wie jeden anderen auch. Dinge ändern sich, die Welt ändert sich und wir Menschen wachsen mit ihr. Doch bei jeder neuen Erfahrung knistert es ein wenig, als wenn ein kleines Mädchen den Weihnachtsmann zum ersten Mal gesehen hat.

Ohne meine Gasteltern Darlene und Nathan, die jederzeit für mich da sind, mir gerade in der Anfangszeit viel geholfen haben und wo ich mich gleich nach der ersten Woche unglaublich heimisch und wohlgefühlt habe, wäre mein Aufenthalt bis jetzt sicherlich nicht so schön gewesen. Gerade der Background der Gastfamilie ist unglaublich wichtig, und da bekomme ich jegliche Unterstützung von meinen zweiten Eltern.

Umso schwerer ist mir der Abschied am 19. Dezember gefallen, da ich dann mit meinem Freund Thorsten, der mich aus Deutschland besuchen kam, erst ein wenig auf Reisen gegangen bin, um dann anschließend für meinen Praktikumsplatz in dem kleinen Staat Delaware an die Ostküste zu ziehen. Denn das zweite Halbjahr besteht aus einem bezahlten Job, den man sich auf eigene Faust suchen muss. Dabei hatte mir mein ehemaliger Professor der Universität Oldenburg geholfen, um beim weltweit zweitgrößten Chemieunternehmen DuPont meinen Arbeitsplatz für sechs Monate in der Experimental Station anzutreten.

Darauf bin ich natürlich sehr gespannt, ebenso wie auf meinen neuen Wohnort und Elizabeth, eine ehemaligen Teilnehmerin des amerikanischen Programms, wo ich dann erstmal die Anfangszeit in Delaware wohnen werde.

Somit nimmt die Spannung neuer Erfahrungen nie ab, und ich werde mich fröhlich in weitere Abenteuer des amerikanischen Alltags stürzen, als wäre ich ein kleines Mädchen, das nie genug davon bekommen könnte!

Hanna Brengelmann (20) aus Neerstedt nimmt am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses teil.

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