Wüsting/Oldenburg - Im Hintergrund rattert noch die Kaffeemaschine, die niederländischen Kekse hat der Künstler Johan Gibcus schon auf dem großen Holztisch in seinem Atelier bereitgestellt. Über den Raum verteilen sich die Staffeleien und Leinwände in unterschiedlichsten Größen. Gleich werden die Mitglieder seiner Malgruppe die Pinsel schwingen und ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen. Szenen wie diese spielen sich seit zwei Jahren in Gibcus’ Atelier in Wüsting an der Bahnhofstraße 14 ab. Die Resultate der wöchentlichen Treffen werden seine Malschüler am Samstag, 25., und Sonntag, 26. November, auf dem Hof Heinemann (Neuenweger Reihe 18) in Wüsting präsentieren.
Die Mitglieder in Johan Gibcus’ Malgruppe werden ihre Resultate am Samstag, 25., und Sonntag, 26. November, auf dem Hof Heinemann in Wüsting ausstellen. Sie werden ab 10 Uhr vor Ort sein.
Gibcus selbst wird höchstens ein Bild von sich mitbringen. „Es geht ja hier nicht um mich, sondern um das, was die Gruppe geschaffen hat“, sagt er.
Herzlich eingeladen sind auch alle, die Interesse haben, sich der Gruppe anzuschließen. Gibcus: „Wir haben in der Montagsgruppe noch freie Plätze.“
Wissen teilen
Sein Atelier eröffnete Gibcus nachdem er ein Jahr zuvor aus den Niederlanden nach Oldenburg gezogen war. Nach dem Ruhestand flammte seine Leidenschaft für die Kunst wieder auf. In einem Studium in Groningen widmete er sich auch wissenschaftlich der Kunst und holte seinen Masterabschluss nach. Dass er sein Wissen und seine Leidenschaft mit anderen teilen will, das war ihm von Beginn an klar. Er schaltete einen Aufruf in der Zeitung für seine Malgruppe, die bei den heutigen Mitgliedern direkt auf Anklang stieß.
Ergänzen durch Vielseitigkeit
Ausstellen werden Gibcus’ Malschüler Wiltrud Skoda Strunk, Dr. Dieter Klarmann, Hannelene Prahm, Friedrich Lübsen, Hergen Hillje, Frank Kollmann und Helge Abel jeweils zwei bis drei ihrer Werke. Welche es genau sein werden, darauf hat sich die Malgruppe noch nicht festgelegt. Dass die Ausstellung jedoch die Vielseitigkeit, den Ideenreichtum und die unterschiedlichen Stile der Gruppe zeigen wird, das steht fest. Denn die Hobby-Künstler ergänzen sich durch ihre Vielseitigkeit. Strunk malt beispielsweise surrealistisch und naturalistisch. Seit ihrer Jugend betätigt sie sich künstlerisch und stellte ihre Werke schon in unterschiedlichen Ausstellungen – darunter in der Klinik in Stenum – aus. Anders sieht es beispielsweise bei Klarmann, der sich als Neuzugang bezeichnet, aus. Seine künstlerische Ader entdeckte er im Ruhestand, nachdem seine Frau ihm einen Gutschein für die Malgruppe schenkte. „Johan steht uns immer zur Seite“, sagt er.
Licht und Schatten
Auch Prahm konnte sich in der Malgruppe weiterentwickeln, sagt sie. Vor allem Tiere haben es ihr angetan. Dabei konzentriert sie sich auf den frontalen Blick der Tiere. Auch Hillje und Lübsen konnten ihre künstlerischen Fähigkeiten in der Gruppe noch weiter ausbauen. „Johan legt viel Wert auf Licht und Schatten“, sagt Lübsen. Auch über Mischverhältnisse von Farben lernten die Teilnehmer viel. „Es ist so spannend zu sehen, welche Farben sich ergeben, wenn man sie mischt“, sagt Hillje.
Doch nicht nur das Malen an sich würde die Gruppe ausmachen, erklärt Prahm. Es herrsche eine ausgelassene Stimmung, mit guten Gesprächen und einer großen Portion Spaß.
Dass Gibcus’ Aufruf Menschen gefolgt sind, die zu einer festen Gruppe zusammen gewachsen sind, das freut den Künstler sehr. Nie habe er eine Gruppe gewollt, die einen Gegenstand abzeichnet, der in der Mitte des Raumes steht. „Ich wollte immer, dass sich jeder ausleben kann.“
