Dötlingen/Oldenburg - Die 87 Katzen sowie ein Hund, die vor zwei Wochen aus einem Wohnwagen und der Wohnung einer Tierhalterin in Dötlingen befreit worden sind, können noch nicht vermittelt werden. Die Weitervermittlung müsse erst „auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden“, erklärt Oliver Galeotti, Pressesprecher des Landkreises Oldenburg, auf Nachfrage.
37 Katzen und der Hund sind im Tierheim Bergedorf in der Gemeinde Ganderkesee untergekommen. Die weiteren 50 Katzen hat das Tierheim Oldenburg aufgenommen. Um sie dort im Gehege zu entdecken, muss selbst Tierpflegerin Daniela Meyer zweimal hinschauen. In Körben und kleinen Höhlen haben sie sich wie Fellknäule zusammengerollt und beäugen das Geschehen um sie herum misstrauisch.
Katzen abgemagert
„Als der Anruf vom Veterinäramt kam, war klar, dass wir helfen“, sagt Daniela Meyer. Sie arbeitet seit acht Jahren im Tierheim Oldenburg. „Ich habe schon einiges erlebt, aber das ist wirklich eine Hausnummer.“ Zwischen fünf Wochen und drei Jahren sind die Katzen alt – ein Mehrgenerationenhaushalt sozusagen.
Das dicke Fell täuscht, darunter sind die Katzen stark abgemagert. „Wir müssen sie jetzt erstmal alle aufpäppeln“, sagt Daniela Meyer. Die Stubentiger benötigen viel Pflege und Fürsorge. Sie wurden vom Tierarzt bereits eingängig untersucht und behandelt. Einige der Jüngsten leiden an Darmerkrankungen und benötigen auch weiterhin medizinische Versorgung.
Aufgrund zahlreicher Vermittlungen im Sommer hatte das Tierheim noch Kapazitäten, um die 50 Samtpfötchen aufzunehmen. Kreativ musste das Team trotzdem werden, damit wirklich alle einen Platz finden. Die Tiere verteilen sich nun auf mehrere Bereiche.
Noch keine Vermittlung
Die Freigabe zur Vermittlung durch das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg steht noch aus. „Für die Fortnahme der Tiere gab es eine Verfügung für den Sofortvollzug. Für die Weitervermittlung aber nicht“, erklärt Galeotti. Dafür müssten Fristen eingehalten werden, die Halterin muss gehört werden. „Ziel ist es, dass die Tiere noch vor Weihachten vermittelt werden können“, so Galeotti. Anfragen hat das Tierheim bereits erhalten. „Die können wir leider noch nicht berücksichtigen“, sagt Daniela Meyer.
Die Tiere sind noch scheu und schützen sich gegenseitig. „Zwei beste Freunde werden wir auch bei der Vermittlung nicht trennen“, sagt Daniela Meyer. „Aber erstmal müssen sie hier richtig ankommen, damit wir ihren Charakter einschätzen können“, fügt sie hinzu.
Spenden angekommen
Durch den unerwartet großen Zuwachs hat das Team reichlich zu tun. „Wir rotieren ganz schön“, sagt Daniela Meyer. „Aber es haben schon einige gespendet, um uns zu unterstützen.“
Sorgen, ob alle Katzen vermittelt werden können, macht sich Daniela Meyer nicht. „Die Frage ist nur, wann es losgehen kann.“ Bis zur Freigabe werden die Neuzugänge weiter aufgepäppelt und versorgt – und vor allem bekommen sie viele Streicheleinheiten.
