Ganderkesee - Für den Ganderkeseer Ehrenratsherrn Werner Fleischer ist der Volkstrauertag mehr als nur Gedenken an Ereignisse der Vergangenheit. Die Kernbotschaft sei die Mahnung „Niemals wieder!“, sagte Fleischer, der am Sonntag bei der zentralen Gedenkfeier im Ganderkeseer Rathaus die Ansprache hielt.
Musikalisch umrahmt
Zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung, Vereinen und Organisationen sowie Bürger hatten sich im Lichthof versammelt, um der Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewaltherrschaft zu gedenken. Auch das Delmenhorster Logistikbataillon 163 RSOM der Bundeswehr, für das die Gemeinde die Patenschaft hat, beteiligte sich mit einer Delegation an der Gedenkfeier und den anschließenden Kranzniederlegungen am Ehrenmal an der Mühlenstraße sowie auf dem Friedhof an der Kirche St. Cyprian und Cornelius. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee unter der Leitung von Sabine Engelmann-Lembke. Das Orchester spielte unter anderem das Titelthema des Films „Schindlers Liste“ sowie das Stück „Gedenken“ von Werner Lüdeke.
Auch Bürgermeister Ralf Wessel ging in seiner Begrüßung auf den mahnenden Charakter des Volkstrauertages ein. Während sich die Ukraine noch immer im mitten im Abwehrkampf befinde, hätten die Terroristen der Hamas am 7. Oktober Israel auf eine noch nie dagewesene Weise angegriffen – ein Akt, der viel Leid über die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten gebracht habe, und „der uns schon allein aus historischen Gründen betroffen macht“. Zwar lebten die Deutschen seit nunmehr 78 Jahren in Frieden und Sicherheit, so Wessel. Doch die Ereignisse in der Ukraine und im Nahen Osten zeigten, dass dieser Zustand alles andere als selbstverständlich sei.
Werner Fleischer sprach sich in seiner Rede schließlich für den Dialog aus – sowohl als Mittel zur Konfliktlösung als auch der Mahnung. Er selbst tauscht sich seit vielen Jahren im Vorwege des Volkstrauertages unermüdlich mit Schülern des Gymnasiums aus. Bei diesen Begegnungen habe auch er selbst viel gelernt, bekannte der Ehrenratsherr.
An den Denkmälern
Nicht nur im Rathaus, sondern auch in den Bauerschaften der Gemeinde wurde am Volkstrauertag der Verstorbenen gedacht. Zahlreiche Ortsvereine und Dorfgemeinschaften hatten dazu aufgerufen, sich an den Denkmälern zu versammeln.
