Straßenumbenennung in Wildeshausen; NWZ  vom 23. Juni

Das Vorhaben, angestoßen von Ratsfrau Flauger, zwei nach Nazi-Funktionsträgern benannte Straßen umzubenennen, (...) ist löblich und verdient ein anderes politisches Umfeld als es in Wildeshausen gegeben ist. (...)

Den Umgang mit der antisemitischen deutschen Diktatur und deren Funktionsträgern kennzeichnet: Noch 1982 ist die Namensgebung Bgm.-Petermann-Straße und Müller-Bargloy im Stadtrat durchgewunken worden. Dass die NS-Vergangenheit zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt gewesen sein könnte, ist kaum glaubhaft.

(...) Da wird sich auf eine (bewusst) unreflektierte Tradition berufen, zu der eben auch Antisemitismus gehört; beispielsweise erklären sich Gilde und Freiwillige Feuerwehr 1934 „judenfrei“. Bei den Institutionen steht das Schuldbekenntnis noch aus.

Deshalb bin ich gegenüber einer Straßenumbenennung skeptisch. Sie täuscht eine politische Verantwortungsbereitschaft vor, die man hier vergebens sucht!

Eberhard Wollauchi, Wildeshausen