Hude - „Dieses Haus gebe allen Schutz“, sagte Zimmerermeister Heiko Posegga am Freitag beim Richtfest für den Krippenanbau der Huder Waldorf-Kita Sonnenweg. „Anfang gut. Ende gut. Alles gut“, schloss Posegga seine Rede, die er traditionell nach dem Aufhängen der von Eltern und Kindern gebundenen Richtkrone hielt. Zur Tradition gehört auch, dass eine Glasflasche zerschlagen wird. Das soll Glück bringen. Posegga zerdepperte stattdessen drei kleine Eisblöcke. Mit „Gänsewein“ wurde angestoßen.

Der Anbau für die neue Krippe ist für den ehrenamtlichen Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik ein wahrer Kraftakt geworden. Bedingt durch einen aus Krankheitsgründen erforderlichen Architektenwechsel kam es zu Verzögerungen. „Jetzt ist auf unserer Baustelle wieder ordentlich was los“, so Janneke Hünger, die gemeinsam mit Anna Blankemeyer ehrenamtlich die Bauherren-Seite vertritt. Mehr als glücklich zeigten sich die beiden, dass es jetzt, nach der langen Vorarbeit der vergangenen Jahre, endlich ein sichtbares Ergebnis gibt. Dass der kleine Verein das Projekt überhaupt habe in Angriff nehmen können, sei dem Engagement und der Mitarbeit vieler Menschen zu verdanken, sagte Janneke Hünger.

Es wird damit gerechnet, dass die neuen Räume spätestens zum Kindergartenjahr 2023/2024 bezogen werden können. Nach Fertigstellung des Anbaus wird es in der Waldorf-Kita zusätzlich zu den bestehenden Gruppen für die Drei- bis Sechsjährigen, zu dem Spielkreis für die Zwei- bis Dreijährigen und den Eltern-Kind-Gruppen dann auch eine Krippe für Jungen und Mädchen im Alter von ein bis drei Jahren geben.

Erste konkrete Ideen zum Krippenanbau hatte es 2016 gegeben. Im März 2022 starteten die Bauarbeiten. Da lagen die Kostenschätzungen bei rund 740.000 Euro für Krippenräume und neue Küche in dem Anbau mit rund 180 Quadratmetern Nutzfläche. Mittlerweile gehen die Bauherren davon aus, dass durch weitere Kostensteigerungen der Kostenrahmen nicht mehr einzuhalten ist. Es werde gerade im Dialog mit der Gemeinde eine aktuelle Kostenschätzung vorgenommen, hieß es. Die Finanzierung der nicht durch Zuschüsse Dritter gedeckten Kosten, die der Verein tragen muss, wird durch einen jährlichen Investitionszuschuss der Gemeinde Hude ermöglicht. Bürgermeister Jörg Skatulla war beim Richtfest zugegen. Es entstehe ein sehr schöner Bau, sagte der Bürgermeister. Der Anbau ist aufgrund begrenzter Mittel dabei sehr wirtschaftlich, aber nachhaltig geplant worden. Er entsteht in Holzrahmen-Bauweise. Kita-Kinder konnten sogar bei der Vorfertigung einer der Holzwände in der Werkstatt Posegga mithelfen. Die Wand mit den Unterschriften der Kinder ist im Eingangsbereich eingebaut worden.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude