Sandkrug - Der Wunschbaum vor der Waldschule Hatten hat in diesen Tagen besonders schwer zu tragen. Der Überfall der russischen Armee auf die Ukraine schlug sich auch auf das Lebensgefühl der Mädchen und Jungen nieder. „Ich hoffe, dass alles wieder besser wird“, „Kein Krieg, niemand machtsüchtig“; „Ich hoffe, dass Russland sich wieder beruhigt“: So steht es auf vielen bunten Karten, die an Schleifen an den Ästen befestigt worden sind. Gelb und blau, so wie die Landesfarben der Ukraine, leuchten sie.
Lauf für Ukraine
Der Krieg in der Ukraine ist auch deshalb so nah, weil bereits vor den Osterferien sechs mit ihren Müttern geflüchtete Mädchen und Jungen das Sandkruger Schulzentrum besuchten. Dabei will es die Schulgemeinschaft aber nicht bewenden lassen. In der nächsten Woche ist ein großer Spendenlauf geplant, durch den möglichst viel Geld für die Menschen der Ukraine gesammelt werden soll. Organisiert wird die Aktion von den Lehrern Alexander Ullrich, Christina Wewer, Hans-Gerd Cordes und Schulsozialpädagogin Laura Fehner.
Für drei von ihnen hieß es jetzt, kurz vor dem Ende der Ferien, schon mal in die Sportklamotten zu wechseln und sich warm zu machen. Um möglichst viele Schüler zum Mitmachen zu motivieren, hat das Trio ein Inspirationsvideo gedreht. Auf dem Rundkurs, den am Freitag, 29. April, auch die Fünft- bis Zehntklässler laufen werden, wurden die Organisatoren von Björn Kempf und seiner Kamera verfolgt. Über die Zielgerade und eine Kurve des Sportplatzes geht der Parcours dann über einen Parkplatz und den Oldenburger Weg weiter, ehe die Läufer wieder in das Stadion und auf die Zielgerade einbiegen. Das Video steht mittlerweile auf der Homepage der Schule.
Zeichen setzen
Knapp 600 Meter ist die Strecke lang. Am 29. April wird jeder Teilnehmer eine Laufkarte erhalten und versuchen, innerhalb von 60 Minuten möglichst viele Runden zu schaffen. „Nach dem Zieleinlauf wird ausgerechnet, wie viel Geld die einzelnen Schüler erlaufen haben“, so Alexander Ullrich. Das hängt nicht nur von der Fitness der Läufer ab, sondern auch davon, wie gut es den Mädchen und Jungen gelingt, im Vorfeld Sponsoren in ihrem Umfeld (Eltern, Großeltern, Freunde...) zu finden.
Zur Teilnahme am Spendenlauf sind alle Jahrgänge – von den fünften bis zur zehnten Klassen – aufgerufen. Angst davor, nicht genügend konditionsstark für eine Stunde Laufen zu sein, müsse keiner haben, betonen die Organisatoren. Walken sei auch erlaubt. Die laufstärksten Schülerinnen und Schüler werden, vergleichbar mit der Sandkruger Schleife, ausgezeichnet. Das gilt auch für die Klassenwertung.
In erster Linie gehe es aber darum, einfach teilzunehmen. „Wir wollen damit ein starkes Zeichen für ein friedvolles Miteinander und gegen den Krieg setzen!“ so Alexander Ullrich.
