Ganderkesee - Nach zweijährigem Stillstand von null auf 245: So viele Anmeldungen hat der Ganderkeseer Wanderclub Edelweiß nach langer Corona-Pause am Sonntag für seinen Volkswandertag verzeichnet. „Mehr Teilnehmer als in den Jahren zuvor haben heute mitgemacht“, berichtete Vorsitzender Uwe Meyer am Ende der Veranstaltung, die mit ihrem besonderen Mix aus Wandern, Radfahren, Schwimmen und viel Geselligkeit offenbar einen Nerv traf.
„Die Leute wollen endlich wieder raus, sich bewegen und etwas erleben“, sagte Meyer. „Bewegung in Gesellschaft, das poliert die Seele auf“, befand denn auch Christel Zießler, stellvertretende Bürgermeisterin und Schirmherrin des bereits 55. Volkswandertages des 1983 von Uwe Meyer gegründeten Wanderclubs. Das „Wandertagswetter“ nutzten Teilnehmer im Alter von fünf Jahren bis Mitte 80 – Familien, Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine – vor allem für die Wanderstrecken und Radrouten. „Geschwommen hat heute niemand“, verriet Meyer.
Essen besonders wichtig
Dafür waren die Verpflegungspunkte unterwegs und vor allem am Ziel, der Aula der Oberschule Ganderkesee, heiß umlagert. Fleißige Helfer hatten in der Schule bereits um 5 Uhr in der Frühe damit begonnen, Büfett, Grillstand und Sitzgelegenheiten aufzubauen. Mit Bratwurst, Broten, Kuchen oder Suppe und Getränken fiel die Stärkung nach fünf, zehn oder 15 Kilometer langer Wanderung oder 30 Kilometer langer Radtour leicht.
Auch die Wartezeit bis zur Siegerehrung verging beim Plauschen wie im Fluge. Denn – so ist es Brauch – bei der Freizeitsportveranstaltung siegt nicht der Schnellste. Pokale gibt es für allen teilnehmenden Teams. Der Wanderpokal geht traditionell an die teilnehmerstärkste Gruppe. In den vergangenen Jahren war das die Reservistenkameradschaft Delmenhorst gewesen.
Sieger kommen aus NRW
55. Volkswandertag in Ganderkesee des Wanderclubs Edelweiß: Die stellv. Bürgermeisterin Christel Zießler ehrt die Sieger Wanderfreunde Greven (Vorsitzende Gabi Heinrich), daneben Edelweiß-Vorsitzender Uwe Meyer und der Vorsitzende des TSV Ganderkesee, Andreas Dietrich.
Thorsten Konkel
Musste sich knapp geschlagen geben: Die zweitplatzierte Reservistenkameradschaft Delmenhorst mit ihrem jüngsten Teilnehmer Laurenz Oettel (6) und dem 2. Vorsitzenden Udo Speiser.
Thorsten KonkelDie Kameraden hatten sich auch jetzt wieder Hoffnungen auf den Sieg gemacht, schließlich hätten sie dann den Wanderpokal mit nach Hause nehmen können. Doch die vom TSV Ganderkesee gespendete Trophäe ging in andere Hände. Zahlenmäßig knapp überlegen, marschierten die Wanderfreunde Greven in Stärke 29 an den zweitplatzierten Reservisten vorbei. Den Überraschungssieg hatte übrigens nur ein Wechsel des Veranstaltungstags ermöglicht. „Sonst haben wir den Wandertag immer am letzten Sonntag im April veranstaltet, parallel mit dem in Greven“, erläuterte Uwe Meyer den Umstand, dass die Nordrhein-Westfalen zuvor nie in Ganderkesee teilgenommen hatten.
Auf den weiteren Pokal-Plätzen landeten die Gruppe des Spielmannszuges Ganderkesee, die Freiwillige Feuerwehr Ganderkesee, die Wanderfüchse Bremen, die Wandergruppe Feldweg, Berg- und Wanderfreunde 97 Peine, Wanderfreunde TV Deichhorst sowie die DAV-Sektion Wilhelmshaven.
Reservisten greifen an
Von ihrer knappen Niederlage wollen sich die Delmenhorster Reservisten nicht unterkriegen lassen. „Wir greifen wieder an, am 4. September gibt es den 56. Volkswandertag“, kündigte Udo Speiser, 2. Vorsitzender der Reservisten, an.
