Wardenburg - Das Jakobskreuzkraut breitet sich seit einigen Jahren auch in der Gemeinde Wardenburg an Wegrändern und unbewirtschafteten Flächen aus. So standen beispielsweise am Reiherweg in Wardenburg vor zwei Jahren vereinzelte Pflanzen und heute ist die Fläche neben dem Betonsteinwerk ein gelbes Blütenfeld. Doch die auf den ersten Blick hübsch gelb blühende Pflanze ist giftig.

„Schon geringe Mengen dieser giftigen Pflanze können zu Leberschäden führen. Vor allem Weidetiere die Pferde, Schafe und Kühe sind bedroht, wenn sie die Pflanze getrocknet oder als siliertes Futter fressen“, weiß die pharmazeutisch-technische Assistentin Manuela Kieler, die schon seit Jahren Kräuterwanderungen in Wardenburg anbietet. „In den Gärten ist das Kraut mittlerweile auch zu finden und unsere Honigbienen tragen das Gift in Ihre Bienenstöcke“, sagt die Apotheken-Fachkraft.

Der Name Jakobskreuzkraut bezieht sich auf die Blütezeit um den Sankt-Jakobstag am 25. Juli. Gefährlich ist es aufgrund seiner sogenannten Alkaloide, die Leber Leberschäden verursachen können und im schlimmsten Fall sogar Leberkrebs.

Das Jakobskreuzkraut gehört zu den Korbblütlern und blüht zwischen Juli und September. Es wird 30 bis 100 Zentimeter hoch, alle Pflanzenteile sind giftig. „Auf den ersten Blick kann man Jakobskreuzkraut mit Johanniskraut verwechseln“, betont Manuela Kieler. Wer sich nicht hundertprozentig sicher sei, für den gelte: „Finger weg!“ Problematisch sei auch, dass die Giftstoffe im Heu oder in der Silage genauso wirksam bleiben wie in der frischen Pflanze. „Der bittere Geschmack verliert sich durch Trocknung oder im Silo, daher fressen die Tiere das Futter ohne zu zögern“, sagt die Fachfrau.

Beim Entfernen der Pflanzen sollte man sehr sorgfältig vorgehen – bleibt nur ein geringer Teil der Wurzel im Boden, treibt die Pflanze binnen kurzem erneut aus. Sobald man eine Kreuzkraut-Pflanze in seinem Garten entdeckt, sollte man sie sorgfältig entfernen, möglichst verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Besonders in der Nähe von Nutz- und Weideflächen sollte das Kraut keinesfalls geduldet werden. Manuela Kielers Tipp: Mit Unkrautbekämpfungsmitteln und Maßnahmen wie häufiges Mähen und Düngen der Fläche kann man das Kraut zurückdrängen.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg