Wardenburg - In einem waren sich alle Mitglieder des Ausschusses für Planung und Entwicklung einig: Es wird begrüßt, dass sich der Aktiv&-Irma-Markt in Wardenburg an seinem alten Standort Friedrichstraße vergrößert. Dennoch war die Diskussion am Donnerstagnachmittag hitzig, und das obwohl das Bauleitplanverfahren erst am Anfang steht. Es ging vornehmlich um das äußere Erscheinungsbild des geplanten Anbaus.
Der Planer vom Büro Diekmann, Mosebach & Partner sprach von einer „optischen Aufwertung“ des Plangebietes mit „archetypischer Baustruktur“. Gemeint war der kirchenartige Anbau mit einer Höhe von 13 Meter (etwa so hoch wie das Kirchenschiff der Marienkirche) und einer Länge von 65 Metern (länger als die Marienkirche). Bislang beträgt der höchste Punkt des Marktes 6,81 Meter.
„Ist denn die Gebäudestruktur in der Höhe schon so festgeschrieben“, fragte Ralf Dierks (SPD) den Planer, der daraufhin den Eindruck vermittelte, als sei da kaum mehr etwas zu ändern. „Es entscheidet immer noch der Rat über die Höhe des Gebäudes“, stellte Armin Köpke (CDU) sofort klar. Köpke weiter: „Wir haben sehr detaillierte und überzeugende Argumente von den Anwohnern gegen die Höhe des Gebäudes bekommen.“ Erschlug vor, dass sich Vorhabenträger und Anwohner vor der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses zusammensetzen sollten, um sich auf eine Höhe zu einigen.
Detlef Bollmann (Grüne) ärgerte sich, dass es bislang keine Bürgerbeteiligung gab, obwohl das vom Investor zugesagt worden war. Bauamtsleiter Frank Speckmann betonte eindringlich, dass man sich hier doch erst im ersten Verfahrensschritt befinde und der vorliegende Planentwurf als Diskussionsgrundlage diene. Die Anwohner bekämen in zwei Auslegungen die Chance, ihre Einwendungen zu machen. Bürgermeister Christoph Reents ergänzte, dass eine Bürger-Info ohnehin geplant gewesen sei.
„Ich habe Verständnis dafür, dass sich ein Markt deutlich erkennbar und wahrnehmbar darstellen will“, sagte Speckmann. „Aber wir sollten Bürgern nicht das Gefühl geben, dass sie bei der Planung abgehängt werden“, warf Ralf Dierks ein.
Die von Eckhardt Hildebrandt beantragte Ortsbegehung („Der rechte Nachbar ist massiv betroffen.“) wurde abgelehnt. Achim Grätz (CDU) war sichtlich genervt: „Lasst uns doch nicht jetzt schon alles zerreden.“ Jochen Hillenstedt (Grüne) warb für eine zeitgemäße Architektur und erinnerte daran: „Die anfänglich viel kritisierte Neue Mitte wurde auch angenommen.“
Nächster Schritt ist nun die frühzeitige Beteiligung.
