Wardenburg - Nicht groß, aber groß genug – so lässt sich Wardenburg in wenigen Worten beschreiben. Und genau das ist es, was Philipp Logemann (26) und Niklas Wintermann (23) an ihrer Gemeinde so schätzen. Sie sind in Wardenburg aufgewachsen, wegziehen wollten sie nie. Denn neben der Familie und dem Freundeskreis gibt es noch einen dritten Grund, warum sie hier so verwurzelt sind: Seit Jahren sind sie in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und Teil der Gemeinschaft. Das möchten sie nicht missen. „Der Großteil der Feuerwehrleute ist sehr jung, das ist toll“, sagen sie. Auf die Kameraden hier möchten sie auf keinen Fall verzichten, das klingt immer wieder an. „Das ist ein top Freundeskreis“, sind sich die beiden jungen Wardenburger einig. Und nicht nur das: Immer wieder erleben die beiden Wertschätzung für ihr Engagement. „Hier weiß man, dass die Freiwillige Feuerwehr ehrenamtlich arbeitet. Manchmal bedanken sich Leute nach einem Einsatz bei uns. Auch an solchen Dingen merkt man, dass wir in einem kleinen Ort leben, in dem man sich füreinander interessiert.“

„Die Nähe zu Oldenburg macht Wardenburg für junge Leute besonders attraktiv“, sagt Philipp Logemann. Selbst wer kurzfristig Großstadtluft schnuppert, besinne sich irgendwann auf die Vorteile seiner Heimatgemeinde, ist seine Erfahrung: „Viele kommen spätestens mit Mitte dreißig zurück, wenn sie Familie haben.“ Er selbst denkt nicht darüber nach, woanders zu leben. „Warum sollte ich wegziehen, wenn ich es hier so schön habe? Für mich bedeutet es Lebensqualität, dass die Familie und die Freunde in der Nähe wohnen.“ Um jungen Leuten eine Perspektive zu bieten, seien bezahlbare Baugrundstücke wichtig, betonen die beiden. „Wir kennen einige, die gezwungenermaßen in andere Gemeinden gezogen sind.“

Auch wer nicht im Ort arbeitet, pendelt meistens nicht weit. Oldenburg und Bremen sind gut zu erreichen. Das wird auch in Zukunft ein großer Pluspunkt sein, ist Niklas Wintermann überzeugt: „In den nächsten zwanzig Jahren bleibt die Entwicklung des Ortes spannend, durch den Generationenwechsel wird sich hier einiges tun.“ Er selbst arbeitet als Wirtschaftsinformatiker bei Cewe Color in Oldenburg, ist in wenigen Minuten am Firmensitz im Stadtsüden. „Ich habe die Stadt vor der Nase, aber die Vorteile des Landlebens“, lacht er.

Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Fitnessstudio, Sportvereine – all das haben die Wardenburger direkt im Ort. „Wir vermissen nichts“, sind sich die beiden Feuerwehrmänner einig. Natürlich feiern sie auch in Oldenburg, sind auf dem Stadtfest oder dem Kramermarkt. „So zwischen 16 und 18 ist man viel unterwegs und testet aus.“ Aber die jungen Leute hier seien „cooler drauf als in der Stadt“, finden sie. Hier komme man weitaus schneller ins Gespräch, und die meisten kennen sich sowieso untereinander – viele schon seit dem Kindergarten oder der Grundschulzeit. „Wir sind alle zusammen erwachsen geworden – das ist toll“, sagt Philipp Logemann.

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion