Wardenburg - Von einem Mischgebiet zu einem allgemeinen Wohngebiet umgewandelt wird der Bereich südlich der Litteler Straße in Wardenburg. Das hat der Wardenburger Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Dadurch wird ein Vorhaben der Klaus Meyer Immobilien GmbH und Co. KG möglich, die auf dem Grundstück Litteler Straße 13 den Bau von Wohngebäuden plant. Zurzeit ist dort Gewerbe angesiedelt. Ein entsprechender städtebaulicher Vertrag zwischen der Wardenburger Firma und der Gemeinde wurde ebenfalls auf der Ratssitzung unter Dach und Fach gebracht.
Bekenntnis zu mehr Grün
Enttäuscht zeigte sich Grünen-Ratsherr Holger Lebèus, dass die Reihe mit fünf Bäumen entlang der Litteler Straße, für die er im Fachausschuss gekämpft habe, von der Verwaltung abgeblockt worden sei mit dem Argument, dass diese Straße eine Landesstraße und damit nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liege. „Unser Bekenntnis zu mehr Grün in der Stadt müssen wir auch umsetzen“, mahnte Lebèus.
„Die Bäume dürfen aber nicht zu Lasten der Parkplätze gehen“, meinte Ronald Holtz (SPD), der dazu mit verschiedenen Anwohnern gesprochen habe. Das sah auch Armin Köpke (CDU) so, der selbst an der Litteler Straße wohnt: „Die Parkplätze sind für die Schule und größere Beerdigungen auf dem Friedhof notwendig.“ Fraktionskollege Hajo Suhr ärgerte, dass die Grünen in der Ratssitzung Ausschussarbeit machten, obwohl die Baumreihe im Fachausschuss längst abgehakt worden war.
„Diskussion aushalten“
Eine neue Diskussion wurde auch beim Punkt „Beitritt der Gemeinde zur Initiative ,Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ entfacht.
Johannes Hinrichs (Grüne) warb noch einmal dafür, in dem er aus einem NWZ-Artikel über die positive Haltung der Harpstedter Samtgemeinderates vorlas. Frank Freese (FDP) befürchtete: „Das sieht aus nach flächendeckendem Tempo 30. Das würde hier eine Riesendiskussion um einzelne Straßen geben.“
Holger Lebèus erinnerte daran, dass diese Initiative keine Idee von den Grünen gewesen sei. Knapp 800 Städte und Gemeinden seien dieser Initiative schon beigetreten, um sich für eine eigene Planungshoheit stark zu machen. „Hier in der Gemeinde Wardenburg wird sonst auch immer für eigene Planungshoheit eingetreten“, wunderte sich Lebèus. „Und wenn es in die Diskussion mit dem Bürger geht, dann müssen wir das eben aushalten.“
Armin Köpke reagierte ungehalten in Richtung Grünen-Fraktion: „Das haben wir alles schon im Ausschuss behandelt. Sie stehlen uns damit unsere Zeit.“ Umgestimmt werden konnte die Ratsmehrheit nicht. Wie auch schon im Ausschuss für Planung und Entwicklung wurde ein Beitritt abgelehnt.
