Wardenburg - „Es ist fast schon ein Wunder, dass man nicht eher auf diese Idee gekommen ist“, sagt Detlef Bollmann, Fraktionsvorsitzender des Grünen-Ortsverbandes Wardenburg über den Vorschlag von Heinz Wellmann. Der Architekt hatte beim letzten Planungs- und Entwicklungsausschuss der Gemeinde einen Gedankenanstoß zur Änderung der Litteler Straße gegeben. Die Mitglieder der CDU haben Wellmanns Vorschlag indes noch nicht fraktionsintern besprochen, teilt Vorsitzender Armin Köpke mit.
„Überdimensioniert“
Eigentlich ging es im Ausschuss um den Bebauungsplan der Litteler Straße 15a, wo in Zukunft ein neues Wohnhaus entstehen soll. „Auch wenn meine Ausführungen nicht direkt damit zu tun haben, stehen sie doch in unmittelbarem Zusammenhang“, teilt Wellmann mit. Besucher der Gemeinde Wardenburg, die aus dem Süden kommen, fahren über die Litteler Straße in den Ort hinein. „Das ist der erste Eindruck, den sie von unserer Ortschaft erhalten.“ Und dieser sei nicht gut.
Denn ab dem Mühlenweg stelle sich die Litteler Straße als eine sehr breite Ortseingangsstraße dar, so Wellmann. „Der Straßenraum ist in diesem Bereich überdimensioniert“, sagt er. „Die Kreisstraße besteht hier aus zwei breiten Fahrbahnspuren mit auf beiden Seiten angelegten breiten Parkstreifen und Fuß- und Radwegen. Die Gesamtbreite der versiegelten Fläche beträgt fast über 18 Meter und stellt in diesem Zustand keine gute Visitenkarte für den Ort Wardenburg dar.“
Litteler Straße. Bild: Sarom Siebenhaar
Das sieht auch Bollmann so. „Der Eindruck, den er geschildert hat, ist genau richtig“, sagt der Fraktionsvorsitzende. „Da kann man gestalterisch noch ganz anders arbeiten und es deutlich attraktiver machen.“ Wellmann zufolge stehe der genannte Straßenraum in keinerlei Bezug zu dem sonst landschaftsnahen Raum. Sein Vorschlag: durch Maßnahmen wie das Anlegen von Straßengrün oder das Anpflanzen von Bäumen in den größtenteils ungenutzten langen Parkstreifen den Straßenraum aufwerten und verbessern.
Bäume und Begleitgrün
Wegen der geraden Linienführung der Litteler Straße würde sich sogar eine Allee anbieten, so Wellmann. „Alle Besucher, die über die Litteler Straße zum ersten Mal in den Ort Wardenburg einfahren, werden das als eine positive und gelungene Gestaltung wahrnehmen. Bäume und Begleitgrün auf den Grundstücken von neuen Wohnhäusern werten den Straßenraum auf“, sagt er. „Positive Auswirkungen wie die Bildung von Sauerstoff, Geräuschminderung, Schattenbildung oder Reduzierung der Geschwindigkeit würden sicher dankbar aufgenommen werden.“
Bollmann unterstützt den Vorschlag. „Wir werden in der Richtung auf jeden Fall einen Antrag stellen“, kündigt er an. Das einzige Problem sei, dass es sich bei der Litteler Straße um eine Kreisstraße handelt. „Da müssen wir dann noch den Landkreis ins Boot holen. Es ist auch einfach eine sinnvolle Sache. Der Bereich ist eher trostlos. Neben der Optik kann man so auch etwas für den Arten- und Naturschutz tun.“
