Ganderkesee - Vor diesem Phänomen werden Ganderkesees Bürger, Bauern und Betriebe künftig häufiger stehen: entweder viel zu viel Wasser oder viel zu wenig. Die Folgen des Klimawandels sind nämlich sowohl eine Zunahme von Starkregen wie auch vermehrte Zeiten der Dürre im Sommer. Wie kann, bei steigender Nachfrage durch Mensch, Vieh, Gewerbe und Industrie, da die Trinkwasserversorgung schritthalten?
Grundwasser schonen
Um die dazu unverzichtbare Ressource Grundwasser zu schonen, will die Ganderkeseer SPD-Fraktion zum Umdenken anregen: Darauf, dass Regenwasser viel zu schade ist für die Kanalisation, weist SPD-Fraktionschef Ulf Moritz hin. Auch für die gezielte Nutzung der Regenmengen als Brauchwasser für Gewerbe und Industrie setzten sich die Sozialdemokraten ein.
„Die Klimaanpassung unserer Lebens- und Verhaltensweisen ist dringend erforderlich“, so Moritz. Aufrufe, in den Sommermonaten, Wasser zu sparen, reichten nicht mehr aus. Auf Starkregenereignisse habe man bislang reagiert, indem Regenrückhaltebecken gebaut wurden, die einen langsamen Abfluss des Wassers bewirkten, oder riesige Speicherrohre. Doch so werde das Grundwasser nicht wieder aufgefüllt. Regenwasser müsse darum gezielt dem Grundwasser zugeführt und auch in Trockenperioden nutzbar werden. Dadurch würden teils auch Brunnen überflüssig. Als Beispiel nennt Moritz die im Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2023 stehende 18.000-Euro-Förderung einer automatischen Beregnungsanlage auf einem Vereins-Sportplatz. Möglicherweise könnten diesen Zweck auch ein Wasserbecken oder ein unterirdischer Speicher erfüllen.
Grünanlage bewässern
Und es könnte noch großflächiger Wasser eingespart werden: Moritz regt an, in dem zu planenden Gewerbegebiet „Gewerbepark an der Welse“, der Westerweiterung des Gewerbegebietes Bookhorn, die Speicherung und Nutzung von Regenwasser einzuplanen. Es könnte dort ebenso zur Bewässerung der Grünanlagen wie als Brauchwasser dienen, etwa für die Toilettenspülung. Das werde im Ganderkeseer Rathaus auch schon so gemacht.
