Großenkneten - Die Gemeinde Großenkneten will den Bau von Zisternen auf privaten Grundstücken finanziell fördern. Der Planungs- und Umweltausschuss votierte am Donnerstagabend einstimmig für ein Förderprogramm. Wie viel Geld pro Antragsteller bewilligt wird, steht noch nicht fest. Ferner empfahl der Ausschuss, bei der Erschließung von Neubaugebieten das Management des Regenwassers auf privaten und öffentlichen Flächen zu koordinieren und zu kombinieren.
Antrag der CDU
Beide Beschlussempfehlungen gehen auf einen CDU-Antrag zurück. Bei den Neubaugebieten hat die Fraktion insbesondere an den Westerholtkamp in Ahlhorn und den Schoolpad in Großenkneten gedacht. Laut Antrag müsse es das Ziel sein, nicht das gesamte Regenwasser in Bäche und Flüsse zu leiten, sondern auf Gemeindegebiet versickern zu lassen. Für das geplante Baugebiet Schoolpad ist ein Versickerungsbecken vorgesehen. Im kürzlich erneuerten Gartenweg in Großenkneten wurden mit Blick auf Starkregen vier zusätzliche Sickerschächte verbaut. Die Anwohner müssen sich hingegen selbst um ihr Oberflächenwasser kümmern, weil es dort einen Regenwasserkanal gibt.
„Es wird immer wichtiger, das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zurückzuhalten, damit wir unsere Gärten künftig noch grün halten können“, sagte Eckhard Wendt (CDU). Leitungswasser sei dafür zu wertvoll. Wasser könne besser aus einer Zisterne gepumpt werden. Zisternen sollen zudem helfen, Starkregenereignisse besser abzufedern.
Nach Angaben von Bürgermeister Thorsten Schmidtke prüft die Gemeindeverwaltung bereits, wie Regenwasser aufgefangen werden kann, um damit öffentliche Flächen während der Trockenperioden zu wässern.
Weitere Vorschläge
Matthias Reinkober (beratendes Ausschussmitglied) schlug vor, mehr Oberflächenwasser zurückzuhalten und gedrosselt abzuleiten. So könne mehr Regenwasser in der Fläche gehalten werden und im Boden versickern. Er empfahl zudem, nicht nur Zisternen zu fördern, sondern auch die Nutzung von Grauwasser. So könnten Bürger auch Abwassergebühren sparen. Grauwasser bezeichnet fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser aus Bädern oder Waschmaschinen, das durch Aufbereitung einer Zweitnutzung als Brauchwasser dienen kann. Auch die Förderung von Gründächern hält Reinkober für sinnvoll. Auch sie würden Regenwasser speichern. Der Bürgermeister bat ihn, seine Vorschläge im Rathaus einzureichen. Jede Maßnahme sei angesichts der klimatischen Veränderungen ein kleiner Baustein, um Trinkwasser zu sparen und sich besser für Starkregenereignisse zu wappnen.
