Wildeshausen - Zu fünft lässt eine Gruppe des Wassersportvereins Wildeshausen ein Ruderboot auf die Hunte. Richtung Süden beziehungsweise Pestrup darf hier gefahren werden. „Vier Kilometer“, sagt Vorsitzender Jochen Kranz. Seit 50 Jahren werden hier regelmäßig Boote zu Wasser gelassen: Das Jubiläum feiert der Verein mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 27. August, von 11 bis 17 Uhr am Vereinsheim.
„Bis ins hohe Alter“
Seinen Anfang nahm die Geschichte am 23. August 1973 in der Gaststätte „Wappenklause“ in Wildeshausen. Hans-Paul Haferkamp, zu dem Zeitpunkt erst seit einigen Wochen Wildeshauser Bürger, wie unsere Zeitung damals berichtete, hatte dazu eingeladen. Viele der heutigen Mitglieder kämen nicht aus Wildeshausen, sondern aus dem gesamten Landkreis Oldenburg, erzählt der Ahlhorner Kranz.
28 Personen traten während der Gründungsversammlung 1973 sofort in den Verein ein – heute zählt der Club rund 180 Mitglieder, sagt Kassenwartin Sylvia Nappe. Die Entwicklung sei seit Jahren stabil. „Durch unsere Anfängerkurse bleiben immer fünf bis sechs Neue bei uns“, ergänzt Kranz. Jedes Jahr im Frühjahr bietet der Verein einen Anfängerkurs für Erwachsene an, an acht Donnerstagabenden geht es aufs Wasser. „Für acht Abende muss man sich dann aber gleich binden“, sagt Nappe. Deshalb überlegt der Vorstand, einen Schnuppertag einzuführen.
Die Polizei in Wildeshausen, Daimlerstraße 7a, lädt ebenfalls am Sonntag, 27. August, 11 bis 17 Uhr, zum Tag der offenen Tür ein. Neben den Themen Verkehr, Einbruchsprävention, Einsatzlagen und Einsatzmittel, können sich Besucherinnen und Besucher außerdem über den Beruf und die Ausbildung bei der Polizei informieren, heißt es in der Ankündigung.
Vorführungen gehören auch zum Programm, so der Diensthunde, außerdem gibt es einen Überschlagssimulator, einen Einblick in die Welt der Spurensicherung, der Wasserschutzpolizei und mehr. Hüpfburg und Fotoecke stehen für die jüngsten Besucher bereit. Zudem gibt es verschiedene Imbissbuden.
„Rudern find’ ich super entspannend“, nennt die Kassenwartin einen Aspekt dieses Sports. „Besonders in der Gruppe.“ Ein weiterer Vorteil: Rudern sei ein gutes Ganzkörpertraining. Es werde alles beansprucht – aber nicht überbeansprucht, ergänzt Kranz. Man könne dem Sport bis ins hohe Alter nachgehen. „Wir haben mehrere aktive Mitglieder über 80.“ Jugendliche ziehe das Rudern weniger an, „es ist ja auch eher eine Randsportart“. Zwölf bis 15 Jugendliche zähle die Jugendabteilung, schätzt er.
Reviere erkunden
Zu Beginn erwarb der Verein für wenig Geld ausrangierte Boote von anderen Vereinen sowie einen Anhänger zum Transportieren. Ein Großteil der Boote gehört nach wie vor dem Verein: 2017 wurde zum Beispiel „Moritz“ angeschafft und mit einer Taufe gefeiert.
Aus Abbruchmaterial wurde einst in Eigenleistung ein Bootsschuppen samt -steg errichtet. Da der Verein sowohl Rudern als auch Paddeln anbietet, wurde es jedoch eng im Schuppen. „Nur dem unermüdlichen Einsatz“ Haferkamps sei es zu verdanken, dass der Verein so schnell zu einem Bootshaus kam, ist der Chronik zu entnehmen. Der damalige 2. Vorsitzende Ulrich Schmidt führte die gesamte Bauorganisation durch. 1982 folgte der Umzug zur heutigen Adresse „An der Hunte 15“.
Fast jeden Tag ist eine Gruppe da, um gemeinsam aufs Wasser zu gehen: Zweimal die Woche die Senioren, zweimal die „Masters“, also die mittlere Altersstufe, und einmal die Jugendlichen. Frühlings- und Herbstfahrten, bei denen gerudert und gepaddelt wird, werden einmal im Jahr unternommen, „viele sind das ganze Jahr über auf dem Wasser“, weiß der Vorstand. Hinzu kommen Silvester- und Neujahrsrudern sowie die Erkundung anderer „Ruderreviere“ wie Weser, Aller und Lesum.
Tombola und Aktionen
Vorführungen und Aktivitäten auf und an der Hunte wird es auch am 27. August geben. Es gibt zudem eine Tombola, bei der unter anderem ein Anfängerkurs gewonnen werden kann. Imbiss, Kuchenbuffet, Getränke sowie eine Kinder-Hüpfburg und weitere Aktionen runden das Programm ab. Mehr Infos unter www.wswildeshausen.de.
