Ganderkesee/Schierbrok - Zu mild, trotz kälterer Phasen: Mit einer mittleren Temperatur von 4,7 Grad lag das Februarwetter in Ganderkesee 2,1 Grad über dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Das vermeldet das Wetterkontor Ingelheim, das allmonatlich das Wetter für die Gemeinde Ganderkesee auswertet. Zudem schien häufig die Sonne: insgesamt 99,5 Stunden und damit 43 Prozent länger als der Sollwert.
Am 22. Februar kletterte das Thermometer auf den Höchstwert von 12,5 Grad, am kältesten war es in der Nacht zum 27. Februar (minus 5,4 Grad).
Ganzjährig anpflanzen
Zu Beginn des Monats zeigte sich das Wetter durchwachsen mit vielen Wolken und einigen Regengüssen, aber recht mild. In der Folge bestimmte Hochdruckeinfluss das Wetter. Zunächst war es häufig sonnig und überwiegend trocken, die Temperaturen gingen zurück. In den Nächten stellte sich bei teilweise klarem Himmel Frost ein, tagsüber stiegen die Temperaturen aber noch in den positiven Bereich.
In der zweiten Monatshälfte wurde das Wetter wieder milder, tagsüber wurde die 10-Grad-Marke erreicht. Ende Februar wurde es etwas kälter. Mit 36,5 Litern pro Quadratmeter gab es nur 84 Prozent des Klimamittels an Niederschlag, am meisten mit 13,7 Litern am 18. Februar.
Über diese in den vergangenen Jahren beobachtete Entwicklung freuen können sich unter anderem Betreiber von Baumschulen wie Bernd Horstmann aus Schierbrok. „Früher, vor 20, 30 Jahren, hatten wir noch richtige Winter“, sagt er. Betriebe wie seiner standen in dieser Zeit still. „Seit zehn, 15 Jahren kann man das ganze Jahr was anpflanzen – für uns ist das gut.“
Problematisch für Natur
Horstmann konnte im aus meteorologischer Sicht letzten Wintermonat bereits „alle Baumfrühgehölze“ anpflanzen, wie er sagt: von Sträuchern über Hecken bis Bäumen.
Wenn sie im nicht mehr gefrorenen Boden erstmal verwurzelt seien, könne ihnen auch eine spätere Kältewelle wenig anhaben, so der Baumschulbetreiber. Eine Schneedecke im April etwa isoliere vielmehr die Pflanzen, der kurze Wintereinbruch am Montag sei dahingehend zu vernachlässigen. Der ganzjährige Anbau würde seitens der Kunden einkalkuliert: „Die Leute planen, machen sich schon mal ein Bild – ob im Januar oder Februar bei schönem Wetter oder eben im März und April.“
Außerhalb des kontrollierten Anbaus dürfte sich ein milder Winter indes eher negativ auf die Vegetation auswirken. „Für die Natur ist es blöd, wenn ab Ende März, Anfang April nochmal eine Kältefront von Osten kommt“, sagt Horstmann. Laut Naturschutzbund (Nabu) sterben Pflanzen dann oft ab und ein zweiter Austrieb fällt häufig schwächer aus; zugleich steige die Widerstandskraft gegenüber künftigen Wetterumschwüngen.
Weitgehend mild bei einigen Frostnächten: Der Februar in Ganderkesee war meteorologisch eher ein Frühlings- denn ein Wintermonat. BILD: Wetterkontor
