Ganderkesee - Der August gilt als Sommermonat schlechthin – und diesem Anspruch wurde er im Jahr 2020 gerecht; 19 Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad hatte der Monat in der Region zu bieten. Neun davon waren sogar Hitzetage mit Werten über der 30-Grad-Marke. Das geht aus der monatlichen Analyse des Wetterkontors Ingelheim für die Nordwest-Zeitung hervor.
20,6 Grad im Schnitt
Vor allem die ungewöhnlich lange andauernde Hitzephase in der ersten Monatshälfte hat dazu geführt, dass auch der August von den Meteorologen das Prädikat „deutlich zu warm“ erhält. Die Durchschnittstemperatur betrug 20,6 Grad und lag um 3,1 Grad über dem langjährigen Mittelwert. An acht Tagen nacheinander war es mit mehr als 30 Grad tropisch heiß. Während dieser Hitzewelle wurde am 8. August mit 34,3 Grad der Höchstwert des Monats gemessen. Überdurchschnittlich war auch die Sonnenscheindauer mit insgesamt 240 Stunden.
Mit der Sonne und der Wärme kamen wieder die Wespen. Im August werden diese Insekten stets zu Plagegeistern – in diesem Sommer erreichten den Ganderkeseer Imker Franz Winzinger allerdings seltener Wespenalarm-Meldungen als sonst. Das führt er nicht aufs Klima zurück, sondern auf Corona: Weil kaum Gartenpartys und gemeinschaftliche Abende auf der Terrasse stattfinden konnten, gab es auch weniger Aufregung um die schwarz-gelb gestreiften Hautflügler mit der sprichwörtlich schmalen Taille.
Üblicherweise seien Wespen Ende August „besonders nervig“, so Winzinger, weil sie dann die größte Völkerstärke erreichen und die Arbeitstiere weniger zu tun hätten. Also lassen sie sich leichter und in größeren Scharen von süßen Aromen aus Ess- und Trinkgefäßen anlocken – was laut Winzinger dadurch verstärkt wird, dass es in vielen Gärten kaum noch Obstbäume als Alternative für die Wespen gibt. Spätestens jetzt, bedingt durch das immer kühlere Wetter, erledige sich das Wespenproblem aber von selbst.
Erster Herbststurm
Kühler wurde es schon in der zweiten Augusthälfte. Die Temperaturen sanken kontinuierlich, so dass es zum Monatsende mit 20 Grad nur noch mäßig warm war. Am 26. August zog mit „Kirsten“ auch der erste Herbststurm des Jahres über den Norden hinweg.
Beim Niederschlag gab es nach Angaben des Wetterkontors Ingelheim große regionale Unterschiede. An der Wetterstation in Bremen fielen 82,1 Liter pro Quadratmeter und somit 19 Prozent mehr als im Klimamittel. Besonders viel Niederschlag brachte mit 30,5 Litern der 17. August.
