Neerstedt - Wie viele Begriffe mit dem Wort „Feuer“ fallen Ihnen ein? „Ich kam auf 50 Wörter“, sagt Ursula Willms und lacht. Für das „Gedächtnistraining“ im Haus der Generationen in Neerstedt überlegt sie sich gern Aufgaben. „Für die eigenen grauen Zellen.“ Mitte November ist das Angebot des Dötlinger Vereins „Wi helpt di“, wie Willms sagt, „langsam an den Start gegangen“. Wurde es zunächst am Vormittag ausgerichtet, findet es seit diesem Jahr am Nachmittag statt.
Eigene Ideen
Von 15 bis 16 Uhr haben Seniorinnen und Senioren über 60 Jahre aus der Gemeinde Dötlingen die Möglichkeit, ihre grauen Zellen zu trainieren, um nicht, wie es auf dem Werbeplakat heißt, „bregenklöterig“ zu werden – ein plattdeutscher Begriff, der frei übersetzt „durcheinander“ bedeutet. Zwei Euro werden pro Teilnahme gezahlt. Eine Anmeldung oder eine „Wi helpt di“-Mitgliedschaft ist nicht notwendig. An diesem Nachmittag sind fünf Teilnehmerinnen dabei. Passend zum Thema „Feuer“ stehen neben einem Teller mit Rosmarin-Keksen Teelichter in der Mitte des Tisches. „Die Teilnehmerzahl schwankt immer ein bisschen“, erzählt Willms. Die Gruppe sitzt im kleineren Aufenthaltsraum, bei Bedarf könne man jederzeit auf den großen Raum nebenan ausweichen.
Um körperlich fit zu bleiben, bietet der Dötlin ger Verein „Wi helpt di“ weiterhin die „Memorebox“ an. Dabei handelt es sich um eine Spielekonsole, die speziell für ältere Menschen entwickelt wurde. Am Bildschirm kann so virtuell Zeitung ausgetragen oder Tischtennis gespielt werden. Wer Interesse hat, das Gerät kostenlos auszuleihen, meldet sich im Neerstedter Rathaus bei Ina Schäfer unter Tel. 04432/950141.
Die Idee für das „Gedächtnistraining“ hatte Hella Einemann-Gräbert aus dem Vorstandsteam. Für Anregungen bekommen die Leitungen des Angebots Material an die Hand. Eigene Ideen können aber auch eingebracht werden. So kündigte Jörn Ewald ein „Musikstücke-Raten“ an. „Es soll vor allem Spaß machen“, sagt er. Seit Juni 2023 engagiert er sich bei „Wi helpt di“. Er betreut den „Tablet- und Smartphone-Stammtisch“, der an jedem ersten Montag im Monat von 17 bis 18.30 Uhr im Haus der Generationen angeboten wird, und steigt nun auch als „Gedächtnistrainer“ ein. Neu im Verein ist zudem Svenja Nork. Die Neerstedterin wird ebenfalls ab und zu das Angebot leiten.
Älteste ist 87
Ursula Willms las bei vergangenen Treffen ihren Teilnehmerinnen unter anderem ein dreistrophiges Gedicht vor. Anschließend lag den Frauen das Gedicht als Lückentext vor. „Eine Teilnehmerin hat das Gedicht sogar auswendig gelernt.“ Das Zuordnen von Herbstlaub, Pyramidenrechnen und das Aufschreiben des Alphabets in Spiegelschrift waren weitere Aufgaben. Die älteste Teilnehmerin ist 87 Jahre alt. Man müsse sich einiges einfallen lassen – denn manche Aufgaben hätten gezeigt, dass die Teilnehmerinnen „hoffnungslos unterfordert“ waren.
Ursula Willms freut sich darauf, weitere Frauen begrüßen zu können – und Männer. Die waren bisher nicht mit dabei. „Es macht Spaß“, ist sich die Gruppe einig.
