Stenum - Keiner weiß, woher sie kommen. Doch viele freuen sich über ihren Anblick. Kleine Wichtel sind im Stenumer Holz aufgetaucht. Spaziergänger und Spaziergängerinnen haben sie entdeckt. Auch Türen, hinter denen sie offenbar wohnen, wurden gesichtet. Im sozialen Netzwerk Facebook ist die Begeisterung groß: „Eine total schöne Sache, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert“, heißt es dort.
Kleine Tür am Baum
Eine kleine, blaugrüne Tür steht im Wurzelbereich eines moosbewachsenen Baumes. „Susi“ ist darauf zu lesen. Gästeführerin Karin Strudthoff hat die Türen und einen der Wichtel ebenfalls entdeckt. Außerdem ist die frühere Leiterin des Kindergartens in Rethorn bereits auf die Entdeckungen im Wald angesprochen worden. Doch obwohl sie häufig im Stenumer Holz unterwegs ist, weiß sie nicht, woher die Wichtel kommen: „Es herrscht großes Rätselraten“, sagt sie. Bis jetzt habe noch niemand herausgefunden, wer dafür verantwortlich sei. „Aber ich finde das Mystische und das Rätselraten spannend.“
Mit offenen Augen
Am 9. April fotografierte die Gästeführerin einen Wichtel an einem Baum nahe der Mitternachtsbrücke. Ob die Figur aus Keramik selbstgemacht ist oder nicht, kann Karin Strudthoff nicht sagen. „Aber die Türen lassen vermuten, dass es jemand Kreatives ist.“ Schon früher gab es kleine Aktionen im Wald. Die ehemalige Kindergartenleiterin aus Grüppenbühren erinnert sich an eine Ostermalwerkstatt mit Ei, Pinsel und Farbe an einem Baum, die sie mit den Kindern oft besucht habe.
Einen Frühlingsspaziergang durch das Stenumer Holz bietet Karin Strudthoff am Sonntag, 28. April an. Auf den Spuren des Lehr- und Wanderpfades erfahren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Interessantes über den 96 Hektar großen Wald und seine Geschichte. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Parkplatz gegenüber dem Hotel Backenköhler. Anmeldungen nimmt die Gästeführerin unter der Telefonnummer 0176/97696489 entgegen. Auch im Herbst gibt es einen geführten Spaziergang – und zwar am 20. Oktober.
Sie freut sich über solche Aktionen, denn sie tragen aus ihrer Sicht dazu bei, dass mehr Menschen in der Natur unterwegs sind. „Ich glaube, es ist ein Anreiz, um mit offenen Augen durch den Wald zu gehen.“ Die Wichtel erinnern die Gästeführerin an die Osenzwerge. Die Bronzefiguren des Künstlers Johannes Cernota aus Sandkrug, über die es auch Bücher gibt, sind in vielen Orten im Landkreis Oldenburg anzutreffen.
Der Wichtel an der Mitternachtsbrücke ist inzwischen nicht mehr da. Karin Strudthoff hofft, dass er nur im Wald umgezogen ist und nicht weggenommen wurde. Bei einer Gästeführung im Stenumer Holz gibt es Gelegenheit, nach den Wichteln zu schauen. Aber auch sonst hat das historisch gewachsene Waldgebiet, das die gebürtige Stenumerin seit ihrer Kindheit kennt, viel zu bieten. „Den kleinen Bruder des Hasbruchs“ nennt Strudthoff das Stenumer Holz.
