Kirchhatten - Die Handwerker haben ihre Werkzeuge eingepackt. Das neue Vereinsheim auf der TSG-Tennisanlage am Osterkamp ist bereit für die offizielle Einweihung an diesem Freitag, 5. Mai, 16 Uhr. Zeit, einmal daran zu erinnern, wie die Sportart Tennis überhaupt aufs Dorf nach Kirchhatten gekommen ist.
Seinen Anfang nahm im Grunde genommen alles im Jahr 1972. Damals, als der Boom in Deutschland noch viele Jahre entfernt war und Tennis als „weißer Sport“ und als elitär galt. Anton Lührs, einer der Initiatoren und langjähriger Abteilungsleiter, erinnert sich. „Der damalige TuS Hatten hatte 100.000 DM durch den Verkauf seiner Halle „Am alten Reitplatz“ auf dem Konto. Es gab manche, die wollten das Geld ernsthaft der Gemeinde für das Freibad schenken, die Handballer waren für den Kauf von Bussen – und wir Tennisspieler hofften auf eine eigene Sportanlage.“
Vor dem Boom
Im Hammelsprungverfahren endete die Mitgliederabstimmung im Hotel „Zum Deutschen Hause“ am Ende mit einem hauchdünnen Entscheid im zweiten Wahlgang. Eine Stimme mehr gab den Ausschlag für den Kauf einer Fläche in Kirchhatten, um hier einen Tennisplatz zu bauen. Der Verein erwarb ein Grundstück in der Nähe der heutigen Kita „Die Arche“. Ein Flächentausch führte dann dazu, dass die ersten beiden Plätze 1973 am Osterkamp gebaut werden konnten, ein dritter Platz folgte 1978. Da war der TuS Hatten längst mit dem TSV Sandkrug zur TSG Hatten-Sandkrug verschmolzen.
Die Abteilungsleiter: Werner Sogemeyer, Anton Lührs, Peter Seidl, Thomas Hansen, Christian Seidl.
Die Jugendwarte: Anton Lührs, Kurt Strangmann, Thomas Hansen, Christian Seidl, Ines Hahn/Martin Klüh, Michael Funke, Tanja Peschke, Volker Peschke/Schmidt-Seidel, Sven-Erik Schmidt-Seidel.
Das abfallende Gelände machte das Vorhaben nicht einfach. Etwa vier Meter liegen die Spielfelder dort niedriger als im oberen Bereich, wo sich heute zwei weitere Tennisplätze befinden. Am 7. Juli 1985 gewann ein gewisser Boris Becker aus Leimen zum ersten Mal in Wimbledon – Tennis wurde schlagartig populär. Gefühlt jeder wollte jetzt selbst einmal das Racket schwingen. 1986 folgte in Kirchhatten die Erweiterung durch einen vierten Platz nebst Umbau der gesamten Anlage zu ihrer heutigen Form.
Viel Eigenleistung
Hattens damaliger Gemeindedirektor Helmut Hinrichs, der bereits zu Beginn des Tennistraums in Kirchhatten bei der Grundstückssuche geholfen hatte, weihte den Platz in einem Spiel gegen Oberkreisdirektor Wolfgang Haubold ein. „Die TSG und unsere Abteilung pflegten immer gute Beziehungen zu Landkreis, Gemeinde und Kreissportbund“, erinnert sich Lührs. 350.000 DM seien damals in die Tennisanlage investiert worden. Die Mitglieder steckten aber auch viel Arbeit und Herzblut hinein. Das alte Clubhaus war bereits 1976 in über 400 Stunden Eigenleistung entstanden.
Lange Zeit spielten nur Damen und Herren. Als Jugendlicher wurde beispielsweise Christian Seidl, seit 19 Jahren Abteilungsleiter, noch nicht mit offenen Armen empfangen. Das änderte sich nach und nach. Ab den 1990er Jahren gab es die ersten Jungsenioren und -seniorinnen ( Spielerinnen und Spieler über 30 Jahre) und später dann auch Tennisspieler unter 20 Jahren.
Neues Clubhaus
Den Ansprüchen eines Spielbetriebs, der viele Gäste aus Norddeutschland nach Kirchhatten führte, genügte in den vergangenen Jahren ausgerechnet das alte Clubhaus immer weniger. Im Herbst 2016 begannen die internen Planungen für einen Neubau. Im November 2021 wurde der entsprechende Beschluss gefasst. Das positive Endergebnis kann nun am heutigen Freitag, 5. Mai, von allen Interessierten besichtigt werden.
Das erste Match auf der erweiterten Tennisanlage spielten 1986 der damalige Oberkreisdirektor Wolfgang Haubold und Gemeindedirektor Helmut Hinrichs. Das Bild zeigt: (v.l.) 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Hoffmann, Wolfgang Haubold, Abteilungsleiter Anton Lührs und Helmut Hinrichs.
Werner Fademrecht
Freuen sich auf die Einweihung des neuen Tennisheims: (von links) TSG-Vorsitzender Ingo Kühling, Mitinitiator Anton Lührs und Abteilungsleiter Christian Seidl.
Werner Fademrecht
