Wildeshausen - - Was der Ruhestand in den kommenden Monaten und Jahren für sie bringen wird, weiß Dorit Hielscher noch nicht genau. „Ich hatte noch gar keine Gelegenheit dazu, mich damit zu befassen, was ich danach machen will“, sagt die Leiterin der Hauptschule Wildeshausen. Einige Ideen hat sie aber bereits. Wieder mehr Reisen und Sport machen zum Beispiel. „Und einfach mal erholen.“ Alles weitere möchte sie einfach auf sich zukommen lassen.
Dorit Hielscher ist 65 Jahre alt und lebt in Oldenburg. Studiert hat sie in Göttingen, ihre Fächer waren Englisch und Werken. Das Studium beendete sie 1979 und das Referendariat 1981. Zunächst war Hielscher in der Erwachsenenbildung tätig und lehrte Deutsch für Aussiedler an der Volkshochschule in Cloppenburg.
Im September 1998 kam sie als Lehrerin an die Hauptschule Wildeshausen und unterrichtete seitdem neben Deutsch und Englisch auch andere Fächer wie Wirtschaft und GSW. Im Jahr 2005 übernahm sie die Funktion der Konrektorin, die sie seit 2000 bereits kommissarisch innehatte. 2006 wurde sie Leiterin der Hauptschule Wildeshausen.
Zum 1. August wird die 65-Jährige die Leitung der Hauptschule Wildeshausen abgeben und in den Ruhestand gehen. „Die Schule werde ich schon vermissen“, sagt sie. Den Stress und die Herausforderungen, die die Pandemie in den vergangenen eineinhalb Jahren verursacht hat, aber sicherlich nicht.
Viele Veränderungen
„Ich habe das Gefühl, noch gar nicht lange hier zu sein, weil die Zeit so schnell vergeht“, sagt Hielscher. Doch der Eindruck trügt: 23 Jahre lang lehrte sie an der Hauptschule, 15 davon als Rektorin. „Was ich bewundernswert finde ist, dass wir es hingekriegt haben, dass das Miteinander so gut funktioniert.“ Oft sei es herausfordernd gewesen, die Vielfältigkeit der Schülerinnen und Schüler unter einen Hut zu bekommen. Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf trafen im Unterricht auf Geflüchtete, die teils fast ohne Deutschkenntnisse an die Schule kamen. „Und allen will man gleichzeitig etwas beibringen.“
„Am wichtigsten sind mir die Schüler“, sagt die 65-Jährige. Für die Jugendlichen hat sich seit 1998 einiges verändert – und verbessert, findet die Rektorin. „Als ich angefangen habe, gab es auf dem Arbeitsmarkt eine Phase mit wenigen Lehrstellen“, erinnert sich die Schulleiterin. „Wir konnten den Schülern zwar zu einem guten Abschluss verhelfen“ – die Suche nach einem Ausbildungsplatz gestaltete sich allerdings für viele von ihnen schwierig. Mittlerweile habe sich das geändert, wenn sie die Schule abschließen, hätten die meisten schon einen Ausbildungsvertrag.
Erinnerungen an Schüler
„Die Entwicklung des Miteinanders an der Schule empfinde ich als sehr positiv“, blickt Hielscher zurück. Alle gingen meist respektvoll miteinander um. „Von vielen Schülern werde ich mit Namen begrüßt und ich kenne die Namen der meisten“ – rund 300 sind es. Schön sei es zu sehen, wie aktiv sich die Jugendlichen in das Schulleben einbringen, zum Beispiel beim Tag der offenen Tür.
Die wohl größte Veränderung kam 2004, als die Schule in ihre jetzigen Räumlichkeiten umzog. „Das war das erste Mal, dass die Hauptschule ein eigenes Zuhause hatte“, erinnert sich die Rektorin. Vorher wurden unter anderem einige Räume des Gymnasiums genutzt. Später folgte die Digitalisierung. „Da haben sich viele erstmal gesträubt, dann kamen neue Kollegen und brachten neue Erfahrungen mit.“ Inzwischen sei die Schule auf einem guten Weg.
23 Jahre an der Schule brachten viele weitere schöne Erinnerungen: „Die habe ich immer bei unseren Abschlussfeiern, wenn ich die Schüler ansehe und feststelle, wie sehr sie sich verändert haben. Und wenn ich einen Schüler nach einiger Zeit wieder treffe, finde ich immer: Das hat sich gelohnt.“
