Wildeshausen - Im Landkreis Oldenburg sei das Volksbegehren Artenvielfalt überdurchschnittlich gut angenommen und unterstützt worden, berichtete Marianne Bernhard-Beeskow von den aktiven Unterstützern in Wildeshausen und Dötlingen. Am 1. November habe man 2555 Unterschriften gezählt. „Das sind 3,8 Prozent der Wahlberechtigten“, rechnete Andreas Mikutta vor. Das sei landesweit eines der Top-Ergebnisse. Lediglich in größeren Städten, wie beispielsweise Oldenburg, sei die Unterstützung noch größer.
In der Kreisstadt Wildeshausen werden es über 700 Unterschriften sein – „das sind knapp fünf Prozent der Wahlberechtigten. Bis Mai hätten wir die zehn Prozent für ein erfolgreiches Volksbegehren geschafft“, war sich Frank Poppe sicher.
Hintergrund der vorläufigen Bilanz: Der Landtag hat in dieser Woche den „Niedersächsischen Weg“ beschlossen. Damit werden der Natur- und Artenschutz im Land deutlich verbessert und gleichzeitig Landwirte entschädigt. Das „Volksbegehren Artenvielfalt“, initiiert vom Naturschutzbund (Nabu), ist damit beendet. „Der ,Niedersächsische Weg’ war eine reine Absichtserklärung, erst durch den Druck von über 140 000 Unterschriften wurden die Anliegen ernstgenommen“, erklärten einige der Aktiven.
Im „Niedersächsischen Weg“ seien nun rund 90 Prozent der Belange aus dem Volksbegehren übernommen worden. Ursprünglich wollte man bis Mai 2021 weiter Unterschriften sammeln, das sei nun nicht mehr notwendig, meinte Klaus Schultze, als er das „Hinweisschild“ zum Volksbegehren von seinem Fahrrad nahm.
Nun müssten die theoretischen Erfolge noch in praktischen Naturschutz umgemünzt werden, waren sich die hiesigen Unterstützer einig. Dazu müssen Verordnungen ausgearbeitet werden. „Jeder Kreis soll eine Stelle für den Naturschutz bis April bekommen. Da werden wir spätestens im Wahlkampf sehen, ob das eingehalten wurde“, nannte Mikutta ein Beispiel.
