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Amt als „Seelen-Berufung“ So bereitet sich Wildeshauser auf Diakonweihe vor

Imke Harms

Wildeshausen - „Wenn ich irgendwo jemanden in Not sehe, dann kann ich einfach nicht daran vorbeigehen. In mir sagt dann ein ganz deutliches Gefühl: Ich muss helfen.“ Matthias Daniel aus Wildeshausen sieht die sogenannte „Seelenpflege“ als seine Berufung an – und er hat sich deshalb dazu entschieden, sich auf die „Diakonweihe im Zivilberuf“ vorzubereiten.

Job abseits der Kirche

Eigentlich ist der 48-Jährige Versicherungsfachmann und arbeitet in Bassum. Seit vielen Jahren ist er in der katholischen Kirchengemeinde in Wildeshausen aktiv, „und dann bin ich irgendwann vom Pfarrer angesprochen worden, ob ich mir nicht vorstellen könne, in der Seelsorge aktiv zu werden.“

Der Weg dahin war keineswegs vorgezeichnet. Daniel selbst wuchs in einem evangelisch geprägten Elternhaus auf. „Meine Kinder gingen dann aber in die St.-Peter-Schule, so bin ich in Kontakt mit dem katholischen Glauben gekommen und bin dann irgendwann konvertiert.“

Ende 2016 begann Daniels Weg Richtung Diakon, ein Vorbereitungsjahr gehörte zu dem damaligen Zeitpunkt auch noch dazu. Abschließen wird er die Ausbildung voraussichtlich im Jahr 2023. „Das ist ein Amt, das einen stetig ausfüllt. Deswegen ist es auch wichtig, dass meine Familie voll hinter mir steht.“ Daniel, verheiratet und Vater von drei Kindern, berichtet davon, dass seine Frau eindeutig ihre Zustimmung geben musste. „Sie wird eng mit eingebunden und wird dieses Amt mittragen. Ich werde toll unterstützt.“

Zwei Jahre lang hat Daniel bereits berufsbegleitend die theologische Ausbildung über einen Fernkurs in Würzburg absolviert. „Praktisch habe ich schon einige Erfahrungen gesammelt“, sagt Daniel und zählt auf: „Ich begleite Menschen durch besondere Lebenskrisen – etwa Alte, Kranke oder Sterbende.“

Freude aufs Taufen

Bis Corona es verhinderte, war er als Krankenhausseelsorger im Johanneum tätig. Künftig geht er dem Priester auch in Gottesdiensten zur Hand. Predigten lesen, die Heilige Messe mit feiern, das Sakrament der Ehe spenden, Taufen abhalten. Auf Letzteres freue sich der künftige Diakon am meisten.

„Aber es ist grundsätzlich mein Bedürfnis, Not zu lindern“, fasst er zusammen. Kann er denn selbst Hilfe annehmen? „Ja, es ist wichtig, sich eigene Seelennöte einzugestehen und eigene Ventile zu finden.“ Ihm helfe es, über Sorgen zu sprechen und Sport zu machen. „Wenn das Herz frei ist, wird das Leben leichter“, hat Daniel festgestellt.

Kleinen Beitrag leisten

„Ich weiß, dass ich nicht die Welt retten kann. Aber wenn ich einen kleinen Baustein dazu beitragen kann, dass es jemandem besser geht, dann freut mich das ungemein.“

Wer sich jetzt vorstellt, Matthias Daniel immer im weißen Gewand zu sichten, liegt völlig falsch. „Ich laufe komplett normal rum – Turnschuhe, Jeans, Poloshirt. Ich halte nur meine Augen und Ohren besonders offen“, sagt der 48-Jährige mit einem Lächeln.

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