Wildeshausen - Niedersachsens Kultusministerium überlässt den Eltern und Familien die Entscheidung, ob sie im Corona-Lockdown ihre Kinder noch zur Schule schicken wollen. In Wildeshausen wollen das offenbar die allermeisten weiterhin: Anträge auf Befreiung von der Präsenzpflicht, die das Land bis zum 14. Februar zulässt, gab es bis Donnerstag an den weiterführenden Schulen, wo ohnehin nur die Abschlussklassen im Wechselunterricht anwesend sind, nur sehr wenige.

„Bei uns liegen bisher zwei Anträge vor“, sagte Dorit Hielscher, Rektorin der Hauptschule Wildeshausen. Bis zu diesem Freitag können noch Anträge eingereicht werden, aber die Schulleiterin rechnet nicht damit, dass es sonderlich viele werden. „Manche Schüler hätten das wohl ganz gerne“, so Hielscher, „aber den meisten ist bewusst, dass es jetzt an die Abschlüsse geht.“ Insgesamt 65 Schülerinnen und Schüler in den neunten und zehnten Klassen stehen vor den Abschlussprüfungen.

Andreas Langen, Direktor des Gymnasiums Wildeshausen, hat den Eindruck, dass Schülerinnen und Schüler oft geradezu froh sind, zumindest jeden zweiten Tag in die Schule kommen zu dürfen. „Es geht ihnen vor allem um die sozialen Kontakte, die sie sonst kaum noch haben.“ Aber auch mit Blick auf die bevorstehenden Abiturarbeiten sei Präsenz in der Schule gewollt. In der Realschule Wildeshausen gab es bis Donnerstag ebenfalls nur wenige Anträge von Eltern. An den Berufsbildenden Schulen hatte Schulleiter Jens Haar noch von keinem Wunsch nach Befreiung von der Schulpflicht am Beruflichen Gymnasium gehört.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)