Wildeshausen - Welche Folgen hat die Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Und wie kann ihre Situation in Schule und Freizeit verbessert werden? Zu einer Diskussionsrunde rund um diese Fragen hat Landratskandidat Dr. Christian Pundt eingeladen. Als Gäste aus der Politik begrüßte er Susanne Mittag, Bundestagsabgeordnete der SPD, Philipp Albrecht, Bundestagskandidat für die CDU, Christina-Johanne Schröder, Bundestagskandidatin für Bündnis 90/Die Grünen, und Björn Försterling, Landtagsabgeordneter und bildungspolitischer Sprecher der FDP. Der Bereich Bildung war durch Silke Müller, Direktorin der Waldschule Hatten und Micha Pallesche, Leiter der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe, vertreten. Zudem nahmen Kreissportbundvorsitzender Jörg Skatulla und Tamino Büttner aus dem Vorstand der Kreissportjugend teil.
Schulen vorbereiten
Büttner konnte auch aus der Sicht der Jugendlichen einen Einblick in die Situation geben: Vielen hätten in den vergangenen Monaten Programme und dadurch der Bezug zu den Vereinen gefehlt, sagte er. Der Betrieb laufe nun so langsam wieder an, ergänzte Skatulla.
„Wir haben eine große Herausforderung an den Schulen, einige sind digitalisiert, andere nicht“, sagte Pundt eingangs. Nicht überall habe die Digitalisierung funktioniert, sagte auch Försterling. Hier müsse sich dringend etwas ändern. „Noch so ein Schuljahr können wir uns nicht erlauben und unseren Kindern nicht antun.“ Er befürchtete, dass es auch im kommenden Schuljahr durch eine mögliche vierte Infektionswelle zu Einschnitten kommen könnte. Albrecht stimmte dem zu: „Wir müssen unsere Schulen darauf vorbereiten.“
An einem Strang ziehen
Nicht nur bezogen auf die Digitalisierung war die Zukunft von Schule ein Thema. Lernen in Themen anstatt in Schulfächer zu unterteilen und außerschulische Lernorte, sogenannte Lerninseln, zu schaffen, waren einige Stichworte von Pallesche. Geld für solche Projekte könnte auch aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ kommen, betonte Mittag.
Deutliche Worte im Bezug auf die Bildungspolitik fand Müller: „Es ist ein Armutszeugnis für unser Land, dass wir an Bildung sparen.“ Einen dringenden Appell richtete sie an die Vertreter aus der Politik: „Sprechen Sie mit uns, aber nicht mehr über uns.“ Breiten Zuspruch erhielt sie hierfür von den Zuhörenden und den anderen Diskussionsteilnehmern. „Kindern und Jugendlichen zuzuhören, das sollten wir auch tun“, ergänzte Schröder. In der Bildung müssten alle an einem Strang ziehen, so Albrecht.
