Wildeshausen - Das Brennereimuseum an der Wittekindstraße ist Teil des historischen Quartiers von Wildeshausen. Seit 1982 kann in der einstigen Dampfkornbranntweinbrennerei nicht nur erfahren werden, wie Alkohol produziert wurde, der Museumsverein bietet neben Führungen auch Ausstellungen, Lesungen und Konzerte an. Die Beziehung zwischen dem Verein und der Stadt gestaltet sich jedoch seit Jahren als schwierig, wie von beiden Seiten zu hören ist.
4500 Euro bewilligt
Das wird auch jetzt beim Antrag des Museumsvereins für die Brennerei deutlich, obwohl der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur den jährlichen Zuschuss von 4500 Euro für zunächst fünf Jahre einstimmig bewilligte, sofern das Museum regelmäßigere Öffnungszeiten anbietet.
Karsten Kolloge, Eigentümer der Kornbrennerei, warnte nach der Beschlussempfehlung vor zu hohen Erwartungen. Es seien noch viele Fragen unbeantwortet. Und: In den vergangenen zehn Jahren habe die Stadt das Brennereimuseum jeweils mit einem laufenden Zuschuss von zwei Euro pro Jahr gefördert. Das zeige eine unglaubliche Geringschätzung.
Nach 37-jähriger Laufzeit hat die Eigentümerfamilie Kolloge den Pachtvertrag für das Museum zum Juni 2021 gekündigt. Vor diesem Hintergrund strebt der gemeinnützige Verein einen neuen, zeitgemäßen Vertrag an, möglichst wieder zu einem symbolischen Pachtpreis. Als eine Voraussetzung für das Fortbestehen des Museums gilt, dass sich neben dem Landkreis Oldenburg auch die Stadt Wildeshausen adäquat an den Museumskosten beteiligt.
Nach Darstellung des Vereins hatte sich die Stadt bis 2001 mit einem jährlichen Zuschuss von 6900 Euro für die Innenreinigung und 500 Euro als Mitgliedsbeitrag beteiligt. Seit mehreren Jahren beschränke sich die Stadt auf einen jährlichen Zuschuss von zehn Euro als Mitgliedsbeitrag und zwei Euro Spende.
Dass der Museumsbetrieb trotz dieser geringen Förderung durch die Stadt möglich gewesen ist, liegt nach Vereinsangaben an der ehrenamtlichen Arbeit, der geringen vom Eigentümer erhobenen Miete von 51 Cent pro Monat und daran, dass auch Reinigung und das Gros der Reparaturen von ihm übernommen wurden.
Noch kein Vertrag
Nach Darstellung der Stadt übernimmt sie einen Teil der Grundabgaben als Zuschuss, aktuell 110 Euro jährlich. Seit Jahren sei außerdem ein Betrag von 500 Euro für die Reinigung des Museums zur Verfügung gestellt worden, der jedoch nicht vom Museumsverein abgerufen worden sei.
Mit der neuen Kulturförderung der Stadt 2018 wurde das Brennereimuseum als Verein für die institutionelle Förderung mit einem Betrag von 900 Euro aufgenommen, so die Stadtverwaltung. Der dafür erforderliche Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit habe mit dem Verein aber nicht geschlossen werden können.
